Stadtbummel
Vom Himmel hoch, da kommt was her ...

Andreas Kaufmann
Andreas Kaufmann
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Ist es ein Vogel, ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Kunst von Yves Lavoyer

Ist es ein Vogel, ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Kunst von Yves Lavoyer

Zur Verfügung gestellt

Bald ist Weihnachten: Ja, Sie hören richtig: Nach erfolgreich absolviertem «Maria Flüguf» trennt uns nur noch ein gesetzlicher kantonaler Feiertag – nämlich Allerheiligen – vom Fest der Liebe. Und gemessen am volkswirtschaftlich relevanten Konsumkalender liegt nur noch Halloween dazwischen, bis die Regale wieder für Lametta und Schneespray, für Zipfelmütze und «Eschä» frei werden. Und dies wird nach Ansicht des Detailhandels auch heuer wieder nicht früh genug sein können... Im Veranstaltungskalender finden wir noch ein paar mehr Einträge wie den Chästag, die Heso und das Oktoberfest, bis der Chlaus wieder auf dem Friedhofplatz oder am Kreuzackerquai anzutreffen ist.

Ein anderer «Chlaus», nämlich Bruder Klaus – oder besser: seine Statue – wird am Sonntag auf der Chantierwiese um einen Friedens- und Wunschstein ergänzt. Über die sozialen Medien kann die Bevölkerung zur feierlichen Einweihung ihre Anliegen in einen virtuellen Wunschbrunnen werfen. Auch wenns dabei mehr um Weltfrieden als um Bescherung geht: Mit der Wunschliste sind wir wieder bei Weihnachten. Dieses kündigt sich nämlich nicht durch die merklich kürzer werdenden Tage an, sondern auch durch Installationen, wie eine diese Woche am Kran bei der Migros-Baustelle am Westbahnhof zu sehen war: Zwar wurde kein beleuchtetes Tannenbäumli in luftige Höhen emporgezogen. Auch erwies sich der Hinweis, ein UFO zöge am Fenster der Anwohner vorbei, als Fehlalarm. Vielmehr handelte es sich beim Blickfang um die Lichtinstallation eines regionalen Künstlers – und dies bei Nacht und... nein, der Nebel bleibt zum Glück im Moment noch aus.

Eine urbane Intervention nennt sich dies im Künstlerjargon. Kostet die Öffentlichkeit in diesem Fall nix, erregt aber Aufmerksamkeit. Das also, was Kunst manchmal halt einfach tut. Viel Aufmerksamkeit, und wohl eben weils kostet, erregen hingegen die drei «Kunst am Bau»-Projekte für den Neubau des Bürgerspitals. 800 000 Franken sind projektiert. Auch das tut Kunst manchmal, selbst wenn ein Grossteil der Künstlergagen aus der Greater Zurich Area, also Solothurn, ins Zentrum, also Züri, fliesst. So gesehen eine suburbane Spende als urbane Intervention. Oder: Bescherung für Züri.

Eben, bald ist Weihnachten: Jetzt sind urbane Interventionen erst recht wichtig. Solche beispielsweise, die bei noch angenehmen Temperaturen bei schönster Aareaussicht den Durst stillen. Bevor der Nebel kommt...