Wer gerne etwas zum Schmökern über Solothurn hat, der ist mit dem «Solothurner Kalender» bestens bedient. Auch der Jahrgang 2019 kann mit einem bunten Themenmix aufwarten: Naturliebhaber kommen mit einem schön bebilderten Beitrag zur Vogelvoliere auf ihre Kosten, Auto-Freaks werden sich mit Genuss auf eine recht unbekannte Episode zum Solothurner Autokonstrukteur Willy Salzmann stürzen. Dieser hatte seinen in der Bellacher Carrosserie Hess AG gebauten Prototypen des «Soletta 750» immerhin 1956 am Genfer Automobilsalon präsentieren können.

Eine Lektion Mundart

Gebührend wirbt Redaktionsleiter Peter-Lukas Meier für eine baldige Neuerscheinung im Rothus-Verlag: Unter dem schönen Titel «Alli Johr es Galafrässe» werden 500 Jahre Stadtgeschichte in 11 Solothurner Biografien zusammengefasst. Die «Vorarbeit» dazu hat der gewesene Bruderschaftsmeister der St.-Lukas-Bruderschaft, Max Wild, geleistet. Ein Kapitel seiner jeweils am Lukas-Freundschaftsessen gehaltenen Reden bereichert auch den jetzigen «Solothurner Kalender».

Wer seine Kenntnisse der Solothurner Mundart auffrischen möchte, sollte sich die Familiengeschichte des Patriziergeschlechts von Roll zu Gemüte führen. Erzählt wird sie von niemand Kompetenterem als Marianne von Roll. Zum «Solothurner Druiden» wird dagegen Drogist Toni Löffel – er gibt Einiges von seinem Wissen um die hiesige Kräuterwelt preis.
Geheimnisvoll dagegen bleibt Vieles um die barocken Schanzen von Solothurn, wie auch Autor Roland Beck trotz Untersuchungen beim sogenannten «Majorsgang» einräumen muss. Immerhin ist das Schanzen-Kapitel aufschlussreich illustriert – allerdings findet sich einmal mehr bei einer Datierung ein ärgerlicher Fehler: Der Stadtplan von Johann Baptist Altermatt wurde natürlich 1833 und nicht 100 Jahre später aufgenommen – denn damals war ein Grossteil der Schanzen bereits abgerissen.

«Solothurner Kalender» ISBN 978-3-03865-019-5 Rothus Verlag Solothurn für 24 Franken erhältlich im Verlag oder im Buchhandel