«Soledurner Wiehnacht»
Volksmusik mit «Krokus»-Groove

In der Weststadtkirche gaben «Ohalätz», die Geschwister Biberstein und Fernando von Arb ein besonderes Konzert. Am Sonntag gibt es nochmals ein Konzert in Fulenbach.

Silvia Rietz
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Sie begeisterten in der Weststadtkirche St. Marien.

Sie begeisterten in der Weststadtkirche St. Marien.

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Aktuell werden von Orgel und Orchester begleitete Adventslieder und Choräle in den Kirchen gesungen. In der Marienkirche hingegen formierten sich vier Volksmusiker, ein Gesangs-Quartett und ein Rock-Gitarrist, um unter dem Titel «Soledurner Wiehnacht» lüpfige Ländler und einheimisches Liedgut mit einem Schuss «Krokus»-Groove zu kredenzen. Ohalätz, Geschwister Biberstein und Fernando von Arb nahmen auf eine virtuose musikalische Reise mit, die zum Mitsingen und Mitschunkeln animierte.

Wenn von Arb mitmischt

Gleich der erste gemeinsame Auftritt liess aufhorchen. Die bekannte Kantate «Tochter Zion, freue dich» basiert auf Chorsätzen aus Händels Oratorien «Judas Makkabäus» und «Joshua». Gesungen von Margret, Ruth, Marie-Louise und Dorli Biberstein, klang das Adventslied mit dem ungewöhnlichen Orchestersatz von zwei Schwyzerörgeli, Klarinette, Bass und Gitarre herrlich frisch und einfach «anders».

Die Ohalätz-Musiker sind ja als Allrounder bekannt. Nicht nur was die Bandbereite der Musikstile, sondern auch was die Vielzahl an Instrumenten anbelangt. Nimmt Rahel Laubscher beim Schottisch «Chärerrugg-Abfahrt» die Flöte zur Hand, wechselt Stefan Schwarz an den Bass. Gesellt sich Gitarrist Fernando von Arb hinzu, wird aus dem Quartett ein Quintett, mit Volksmusik-Touch und «Krokus»-Sound.

Die Rock-Legende fügte sich nahtlos und mit feinen Gitarren-Akkorden in den Gesamtklang ein. Einzig der Verstärker verzerrte hin und wieder die Klangbalance. Fernando von Arb fühlte sich in der ungewohnten Formation sichtlich wohl, lächelte von ersten bis zum letzten Ton, hielt Blickkontakt mit allen, summte vertraute Lieder mit. Die ungewohnte Besetzung Gitarre, Schwyzerörgeli, Bass und zwei Saxofone brillierte mit den Evergreens «Winter Wonderland» und «Diamantenzauber». Beim Schottisch «Dr Chragebär» spielten Kilian Steiner, Marcel Jenny und Stefan Schwarz Schwyzerörgeli und Rahel Laubscher den obligaten Bass.

Auch die vier zierlichen Damen mit den grossen Stimmen und dem gewinnenden Auftreten begeisterten: Mit altvertrauten Liedern wie «S Chilchli», das so richtig unter die Haut ging. Margret, Ruth, Marie-Louise und Dorli Biberstein sind perfekt aufeinander eingespielt, die Stimmfarben mischen sich zu einem nuancenreichen Klang.

Weihnachtsstimmung verbreitete nicht nur der reformierte Pfarrer Samuel Stucki, der durchs Programm führte, sondern vor allem das Finale mit «E Stärn schtoht am Himmel». Der Titel «Soledurner Wiehnacht» erfüllte sich mit den populären «O du fröhliche» und «Stille Nacht», Weihnachtshits, bei denen das Publikum kräftig mitsang. Stehende Ovationen liessen nochmals den «Stärn» am Himmel der Marienkirche aufgehen und ein gleichermassen begeisterndes wie originelles Weihnachtskonzert unter Beifalls-Jubel ausklingen.

Am Sonntag, 17 Uhr, zweiter Auftritt in der Kirche St. Stephan in Fulenbach.