Solothurn
Volkshochschule feiert Geburtstag mit Artisten-Shows, Gratis-Kursen und Knackeboul

Die Volkshochschule Solothurn feierte ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Volksfest im Kreuzacker.

Katharina Arni-Howald
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Volksfest 75 Jahre Volkshochschule Solothurn
40 Bilder
Spass muss sein: Eine Clowns-Dame auf Stelzen sorgt für Unterhaltung.
Es folgen einige Impressionen vom Volksfest...
Die Artistengruppe Konterschwung beeindruckte mit ihrer Show...
Artistengruppe Konterschwung
Volksfest 75 Jahre Volkshochschule Solothurn
Artistengruppe Konterschwung
... und das auch füdliblutt.
Artistengruppe Konterschwung
Artistengruppe Konterschwung
Artistengruppe Konterschwung
Artistengruppe Konterschwung
Artistengruppe Konterschwung
Artistengruppe Konterschwung
Artistengruppe Konterschwung
Artistengruppe Konterschwung
Bei den heissen Temperaturen am Wochenende bot der Brunnen eine willkommene Abkühlung.
Es blieb auch viel Zeit für Austausch und Gespräche.
Am Volksfest wurden verschiedene Schnupperkurse und Gratis-Workshops angeboten...
Die Besucher konnten in den Workshops selber Hand anlegen und aktiv werden.
Volksfest 75 Jahre Volkshochschule
Volksfest 75 Jahre Volkshochschule
Auch für das Leibliche Wohl der Besucher wurde gesorgt.
Ein weiteres Highlight des Volksfests war der Auftritt des Rappers und Moderators Knackeboul.
Auch die jüngeren Besucher hatten Freude am Festprogramm...
Volksfest 75 Jahre Volkshochschule
Hier posiert Knackeboul für ein Foto mit seinen Fans.

Volksfest 75 Jahre Volkshochschule Solothurn

Michel Lüthi/bilderwerft.ch

Wer schreiben, lesen und rechnen kann, hat im Leben viel gewonnen. Das sagten sich vor 100 Jahren vorrangig bürgerliche Kreise nach dem Ersten Weltkrieg und den zahlreichen Unruhen und sozialen Spannungen. Ihr Ziel war, die Arbeiterschaft und vor allem auch Frauen zu geringem Entgelt näher an die universitäre Bildung heranzuführen. Den Anfang machte die Universität Basel im Jahr 1919, gefolgt von den Städten Zürich und Bern. Die Ausstrahlungskraft der ersten drei schweizerischen Volkshochschulen griff rasch auf andere Städte über, und 25 Jahre später war auch die Stadt Solothurn bereit, sich der Nachhol- und Grundausbildung vor allem der Schwächeren zu widmen. Ein gewichtiger Grund, am Samstag mit einem breit gefächerten Volksfest, zahlreichen Aktivitäten und viel Musik im Kreuzackerpark das 75-jährige Bestehen einer Institution zu feiern, die nach wie vor auf Erfolgskurs ist und den Bildungshunger und Wissensdurst der Bevölkerung zu stillen vermag. Heute ist die Volkshochschule Solothurn eine voll professionalisierte Organisation und steht schweizweit auf Platz 1. Allein im vergangenen Jahr haben 4407 Personen an der VHS Solothurn einen Kurs besucht und gut ausgebildete Lehrpersonen 40 000 Stunden Unterricht erteilt. Ein wichtiges Standbein sind insbesondere die Deutsch-Integrationskurse, von denen im vergangenen Jahr 1500 Personen profitiert haben.

Wie ein Phönix aus der Asche

Weiter zugenommen hat die Zahl der Teilnehmer, die vom Amt für Wirtschaft und Arbeit zur Verbesserung der Deutschkenntnisse an die VHS überwiesen werden. «Sie lernen, wie sie sich in Bezug auf den Arbeitsmarkt bewerben können, erstellen einen Lebenslauf und vergrössern ihren Wortschatz», freut sich die Geschäftsführerin Barbara Käch über die Anerkennung, die die Schule geniesst.

Obwohl die Konkurrenz im Raum Solothurn zunimmt, nehmen auch die in 12 Sprachen angebotenen Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene ständig zu. Nutzniesser des vielfältigen Angebots waren im letzten Jahr auch 19 Firmen mit insgesamt 44 Inhouse-Sprachkursen. Trotz einer starken Konzentration auf die Sprache erfreuen sich auch die Kurse in den Bereichen Bildung, Freizeit, Computer, Kommunikation, Geschichte, Philosophie, Kreativität, Gesundheit und Sport grosser Beliebtheit.

Auf Rosen gebettet war die Volkshochschule allerdings nicht immer. Obwohl der Kanton von Anfang an verpflichtet war, die Institution finanziell zu unterstützen, wurden nach dem Crash der Solothurner Kantonalbank die Beiträge gegen Ende des 20. Jahrhunderts gestrichen, und die Institution stand vor einer völlig neuen Situation. Schliesslich sprangen die Stadt und die umliegenden Gemeinden auf freiwilliger Basis mit Beiträgen ein und verhalfen so der Institution, sich über Wasser zu halten. Den Turnaround schaffte sie, als auf dem Gebiet der Sprachkurse für Arbeitslose und Fremdsprachige mit dem Kanton Leistungsvereinbarungen abgeschlossen werden konnten. Heute ist die VHS Solothurn in der Schweiz die einzige, die nicht mehr subventioniert wird. Ein Glücksfall, wie Vereinspräsident Josef Maushart betont: «Unsere Schule ist nur deshalb die grösste in der Schweiz, weil sie die einzige ist, die nicht subventioniert wird. Subventionen sind gefährlich, weil sie dazu verleiten nicht mehr unternehmerisch, effizient und kreativ zu denken.»

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