Signaletik

Völker, sehet die Signale! - Neue Schilder für die Attraktionen der Stadt

So könnte eine neue Info-Tafel beim Zeitglockenturm aussehen – natürlich dann mit dem richtigen Symbol.

So könnte eine neue Info-Tafel beim Zeitglockenturm aussehen – natürlich dann mit dem richtigen Symbol.

Mit einem neuen Konzept will die Stadt ihre Sehenswürdigkeiten besser ausschildern. «So viel wie nötig – weniger ist mehr», ist dabei laut der Leiterin des Stadtbauamtes die Philosophie.

Wo ist was in Solothurn? Und was steckt dahinter? Nicht nur Touristen stellen sich solche Fragen. Und wie in anderen Städten hilft da ein Schilderwald – oder auch nicht. Mit einem neuen Signaletik-Konzept will die Stadt Solothurn die Information verbessern, aber auch «aufräumen». Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt: «Unsere Philosophie ist: So viel wie nötig – weniger ist mehr. Grundsätzlich soll eine ‹Aufräumaktion› durchgeführt werden. Die Signaletik soll sich auf das wirklich Notwendige beschränken und den Besuchern ein besseres, schnelleres sowie einfacheres Auffinden der Sehenswürdigkeiten und Attraktionen ermöglichen.» Klar, einheitlich und vereinfacht sollen die Orientierungen und Wegweisungen sein und damit die Sehenswürdigkeiten über das Informationssystem besser kommunizieren. Eine solche Verbesserung hatte die CVP 2010 in einem Postulat angeregt, worauf sich eine Arbeitsgruppe hinter das Thema klemmte.

Das Konzept, erarbeitet vom Zürcher Büro 4 AG, wird nun am Dienstag im Gemeinderat vorgestellt. Das Büro, spezialisiert auf Signaletik wurde drei anderen Mitbewerbern, davon einem aus Solothurn, vorgezogen. Dies weil das vorgeschlagene Informationssystem «flexibel und ausbaubar» sei und ohne Zusatzmedien wie Smartphones und Internet auskommt. Auch sei das System «einfach, klassisch, klar, zurückhaltend und jederzeit ausbaubar».

Viele Kriterien zu beachten

Vorgeschlagen sind nach der Bestandesaufnahme an Sehenswürdigkeiten durch die Arbeitsgruppe insgesamt 18 «Objektinformationen» auf Tafeln oder Stelen (Bild oben) sowie fünf sogenannte Orientierungssysteme, die an den Ankunftsorten Bahnhof, Schifflände und den drei Parkhäusern installiert werden sollen. «Die Anzahl der Wegweiser zur Navigation wird im Rahmen des Projekts noch klar definiert», hält Andrea Lenggenhager fest. Zur Umsetzung des Konzepts hat die Gemeinderatkommission GRK innerhalb ihrer Finanzkompetenz einen Gesamtkredit von 110 000 Franken gesprochen.

Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Lenggenhager selbst, Stadtschreiber Hansjörg Boll, den Museumskuratoren Christoph Vögele und Erich Weber, Tourismusdirektor Jürgen Hofer und einem Fachexperten der Berner Fachhochschule, definierte klare inhaltliche Aspekte: Die Beschilderung sollte nur im Aussenraum, aus Kostengründen einsprachig, tagtauglich und werbefrei sein. Auch müsse die Orientierung in der Umgebung von Solothurn vollständig sein, in der Altstadt aber auch «eine Entdeckung möglich bleiben». Keine Didaktik war erwünscht, dazu sollten nur statische, aber nicht dynamische Informationen vermittelt werden. Zurückhaltung war auch ein grosses Thema, eine «Übermöblierung» vor allem der Altstadt soll dadurch vermieden werden.

Es gibt schon Konkurrenz

Die Stadt hat bei der Neuausschilderung zwar den Lead, ist aber bei der Umsetzung auf die Gebäudeeigentümer wie die Kirche oder den Kanton angewiesen. Auch eine allfällige Kostenbeteiligung ist durchaus ein Thema, das an geplanten Besprechungen geklärt werden soll. «Es wäre vorteilhaft und schön, wenn wir alle Betroffenen für das einheitliche Signaletik-System begeistern könnten», meint Andrea Lenggenhager, angesprochen auf eine bereits bestehende Konkurrenzsituation durch private und andere Beschilderungen. So hat beispielsweise das Steinmuseum neben der Jesuitenkirche durch den Betreiberverein eine umfassende Info-Tafel vor dem Eingang installiert. Pech für das Steinmuseum: Es wurde von der Arbeitsgruppe nicht in die Liste der 18 «Premium-Objekte» aufgenommen, die vom Konzept her zwingend ausgeschildert werden sollen. Und in der Vorstadt findet sich eine Vielzahl von geschichtlich interessanten Häusern, die dank einer Privatinitiative seit vielen Jahren mit Info-Tafeln zu ihrer Geschichte bestückt sind.

Dazu die Leiterin des Stadtbauamts: «Welche Gebäude heute schon beschriftet sind und mit welchem System, ist jetzt in einem weiteren Schritt zu klären. Ob es Überschneidungen gibt, wird sich zeigen.» Mit der geplanten «Aufräumaktion» soll es laut Lenggenhager «zu einer Klärung der vielen verschiedenen, teilweise auch stark verschmutzten vorhandenen Hinweisschilder kommen.» Und: «Je nach Situation werden Hinweismittel wegfallen oder ersetzt.»

Ein Netzwerk aufbauen

Ein möglichst einheitliches SignaletikKonzept wie vorgeschlagen, bietet aber für Andrea Lenggenhager vor allem einen Vorteil: «Es baut auf einem Informationssystem auf, das bei jeder Beschilderung wiederum auf andere Sehenswürdigkeiten hinweist.» Somit könne jeder vom anderen profitieren, «da die Sehenswürdigkeiten wie durch ein Netzwerk verbunden werden.» Die Umsetzung sei eigentlich «im nächsten Jahr» vorgesehen, weiss Stadtschreiber Hansjörg Boll auf eine entsprechende Anfrage.

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