Vizestadtpräsidium
Das Duell um die Nummer 2 in der Stadt Solothurn

Der bisherige Vizestadtpräsident, Pascal Walter (CVP), wird am 13. Juni von Laura Gantenbein (Grüne) herausgefordert.

Fabio Vonarburg
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Pascal Walter, CVP

Pascal Walter (CVP), der bisherige Vize-Stadtpräsident.

Pascal Walter (CVP), der bisherige Vize-Stadtpräsident.

zvg

Die erste Frage ist für beide Kandidierenden dieselbe: Was reizt am Amt als Vize-Stadtpräsident?

«Es ist mehr als einfach nur ein Amt. Es ist die Vertretung des Stadtpräsidenten»,

sagt Pascal Walter (CVP) – er, der die Funktion die letzten vier Jahre ausgeübt hat. Eine Aufgabe, die ihm viel Freude gemacht hat, wie er im Gespräch ausführt.

Dies sei der Grund, warum er zur Wiederwahl antrete. «Als Vize-Stadtpräsident kommt man viel früher in Kontakt mit politischen Themen», erzählt der 38-Jährige. «Auch wird man in der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen im Vergleich zu einem ordentlichen Gemeinderat.» Heisst: Die Solothurnerinnen und Solothurner kamen in den letzten vier Jahren häufiger mit ihren Anregungen und Problemen auf ihn zu als vorher.

Rund 80 Prozent der Aufgaben des Vize-Stadtpräsidenten seien repräsentativer Natur. So vertrat Walter die Stadt am «Welt-CED-Tag», stellte dabei das erfolgreiche Konzept der «Netten Toilette» vor. «Es können aber auch Polizeieinsätze sein, bei denen die Einsatzkräfte eine Ansprechperson der Stadt brauchen», erzählt Walter.

Wie die Rolle des Vizepräsidenten genau ausschaue, hänge stark vom Stadtpräsidenten oder der Stadtpräsidentin ab. Für die kommenden vier Jahre ist dies entweder Markus Schüpbach (FDP) oder Stefanie Ingold (SP). «Ich hatte bereits mit beiden gute Gespräche.» Rein von der Persönlichkeit könne er keinen der beiden favorisieren. «Von den politischen Ansichten ist mir Markus Schüpbach sicher näher», sagt Walter.

Der zweifache Familienvater argumentiert, dass «es für die Stadt Solothurn sinnvoll wäre», wenn er weitere vier Jahre im Amt bleiben könnte. Etwa in Bezug auf das IT-Konzept, das er in den letzten Jahren mitbegleitet hat. Im Hinblick auf den 13. Juni sagt er:

«Ich habe das Gefühl, es wir knapp zwischen mir und Laura Gantenbein.»

Damit präsentiert sich für Pascal Walter eine ähnliche Ausgangslage wie vor vier Jahren. Damals setzte er sich im Duell um das Vize-Stadtpräsidium gegen Heinz Flück durch. Und damit ebenfalls gegen einen Vertreter der Grünen.

Laura Gantenbein, Grüne

Laura Gantenbein (Grüne) will Vize-Stadtpräsidentin werden.

Laura Gantenbein (Grüne) will Vize-Stadtpräsidentin werden.

zvg

Die erste Frage ist für beide Kandidierenden dieselbe: Was reizt am Amt als Vize-Stadtpräsidentin? «Es würde mir gut gefallen, die Stadt gegen Aussen zu vertreten», sagt Laura Gantenbein (Grüne). Zudem sei man als Vize-Stadtpräsidentin näher am Stadtpräsidium dran als eine Gemeinderätin. «Man kann seine eigene Perspektive und Anstösse reinbringen.» Sie denke dabei an eine grüne, respektive feministische, Note.

Für die 32-jährige Politikerin ist das Vizepräsidium bislang zu wenig sichtbar.

«Das Vize-Stadtpräsidium darf durchaus noch eine zentralere Figur in der Öffentlichkeit sein, sich mehr bemerkbar machen.»

Allgemein strebe sie an, dass das Vize-Stadtpräsidium eine klarere Rolle erhalte. «Bislang ist diese noch sehr undefiniert.»

Was stellt sie sich darunter vor? «Etwa der stärkere Einbezug in gewisse Themen und in Diskussionen», sagt Gantenbein, die sich etwa auch die gemeinsame Vorbereitung mit dem Stadtpräsidium auf Sitzungen vorstellen kann. «Wie die Rollenverteilung genau aussieht, muss man dann mit der gewählten Stadtpräsidentin oder dem Stadtpräsidenten vereinbaren», sagt Gantenbein. Sowohl mit Stefanie Ingold (SP) wie mit Markus Schüpbach (FDP) kann sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen. Sie sagt aber auch: «Meine Favoritin ist ja wohl klar.»

Laura Gantenbein wollte zuerst das Stadtpräsidium, hat aber nach den Gemeinderatswahlen zugunsten einer gemeinsamen Kandidatur von der SP und den Grünen verzichtet und damit Stefanie Ingold den Vortritt gelassen. Diese hatte das bessere Ergebnis als Gantenbein erzielt, obwohl die Grüne am zweitmeisten Stimmen aller Kandidierenden holte und damit auch mehr als ihr jetziger Konkurrent um das Amt Pascal Walter.

Sie deute dies als gutes Omen für die Wahlen vom 13. Juni, sagt Laura Gantenbein, die hofft, dass das Vizepräsidium dieses Mal an die Grünen geht. «Immerhin sind wir die drittstärkste Partei», sagt Laura Gantenbein. «Ich denke, da ist es schon legitim, dass wir auch mit einem solchen Amt Verantwortung übernehmen, auch in Bezug auf die Klimakrise.»