Daniele Grambone, Präsident des Architekturforums, erwähnte eingangs, dass dies die logische Fortsetzung der Gespräche mit Daniel Laubscher und Martin Eggenberger sei und zu Erkenntnissen in der Ortsplanung führe. William Fuhrer betonte, dass sich quasi für alle Städte, also auch für Solothurn, die gleichen Fragen stellen. Dencity ist der Kompetenzbereich urbane Entwicklung und Mobilität der Berner Fachhochschule. «Es geht uns nicht nur darum, zu forschen, sondern die Thematik auch zu vermitteln.»

Deshalb finde jährlich ein Event statt und Dencity biete eine Plattform, von welcher Gemeinden Informationen abholen können. Bei all den Vorhaben für verdichtetes Bauen muss immer der Mensch im Mittelpunkt stehen. Deshalb ist bei der Städteplanung der Beizug einer Soziologin vonnöten. Obwohl beide Referenten ausgebildete Architekten sind, vermeiden sie in ihren Planungsarbeiten die rein architektonischen Aspekte. «Die Lösungen von heute sind die Probleme von morgen.» So sei denn der Planungsprozess fast wichtiger als das Produkt.

Beispiele Biel und Langenthal

Nach diesen allgemeinen Ausführungen zeigte Simon Gilgen an zwei unterschiedlichen Beispielen Planungsmöglichkeiten auf. An der Grenze der Städte Biel und Nidau wird das Quartier zwischen dem Bahnhof und dem See neu gestaltet und soll letztlich 10'000 neue Einwohner bringen. «Plädoyer für ein Quartier, das noch keines ist», titelte das Bieler Tagblatt seinen Bericht darüber. Es ist gelungen, 13 Player an einen Tisch zu bringen, womit Synergien genutzt und Doppelspurigkeiten vermieden werden können.

In einer zwar nicht repräsentativen Umfrage wurde der Wunsch geäussert, dass die Quartierbewohner in den Planungsprozess einbezogen werden sollen. Dafür sind virtuelle, aber auch physische Anlaufstellen zu schaffen. In Langenthal wurde ein bereits bestehendes Quartier einer Abklärung über eine verdichtete Besiedelung unterzogen. Hier wäre allein durch das Ausreizen des aktuellen Baugesetzes eine Verdichtung möglich. «Langenthal ist überall», soll Benedikt Loderer zu dieser Studie bemerkt haben. Somit könnten Erkenntnisse auch für Solothurn adaptiert werden.

Fehlt Aare in der Ortsplanung?

Obwohl die Besucherzahl in bescheidenem Rahmen blieb, entwickelte sich im Anschluss an die Referate eine rege Diskussion. Dabei wurde ganz klar, dass die städtebaulichen Aspekte der nächste Schritt nach diesen Studien sein muss. «Das Aufzeigen ist leicht, aber die Realisierung ist die Herausforderung,» antwortete Simon Gilgen auf eine entsprechende Frage.

Es wurde in der Diskussion auch bemängelt, dass es in Solothurn nicht den Ansatz zu einer ähnlichen, auf Solothurn bezogenen Studie gäbe. Während bei Biel-Nidau der See und der Kanal Teil der Planung seien, sei in Solothurn die Aare kein Thema bei der Ortsplanung. Die Solothurner hätten noch nicht begriffen, was sie eigentlich an der Aare hätten. Also genug Gesprächsstoff, um nach dem offiziellen Schluss des Anlasses noch informell weiter zu diskutieren.

Die Aufzeichnung des Referates: www.facebook.com/archforumso