Auf englisch fachsimpeln vier «Vini»-Gäste über die Kinogeschichte und das aktuelle Leinwandschaffen. Und auch sonst lässt das Lokal an der Prisongasse keinen Zweifel bestehen, dass es komplett vom Filmtage-Sog erfasst wurde. Plakate, Filmprogramme und Tischsets zieren das Innere der währschaften Beiz. «Es ist ein offenes Bekenntnis zu den Filmtagen», sagt Rolf Schöb, Delegierter der Geschäftsleitung im «Vini Al Grappolo».

Und dies seit der ersten Stunde: «Wir standen damals auch in Verbindung mit den Gründern der Filmtage. Ausserdem war Geschäftsleitungsmitglied Jean Claude Käser jahrelang Sekretär des Festivals.»

Und so profitiert das «Vini» vom veränderten Solothurn in diesen Tagen. «Wir haben mehr Gäste als normal, vor allem tagsüber», resümiert Schöb. Aber auch ausserhalb der Filmtage laufe es gut, ergänzt er. «Wir spüren einfach eine andere Atmosphäre, wenn die Mischung zwischen Stammgästen und Filmtage-Fans entsteht.»

Gerade aus dem Umfeld der Filmtag kommen viele Gruppierungen ins «Vini». Und das sogar im Vorfeld: Bereits während der Vorvisionierungen für die Filmauswahl speisen Filmtage-Mitwirkende hier.

Vorstadterfolg zeigt sich auch hier

Allgemein sei das «Vini» in den letzten Jahren dem Rest der Stadt nähergerückt und das Gastrogeschäft in diesem Teil der Vorstadt in Schwung gekommen. «Früher hat man vor allem die direkten Zuschauerströme aus dem Kino Capitol gespürt. Heute setzen sich Filmtage-Gäste aus allen Spielstätten gerne an einen «Vini»-Tisch.

Beizen-Check im «Vini al Grappolo»

Beizen-Check im «Vini al Grappolo»

Zwei Personen in der Küche und zwei im Service sorgen zu Spitzenzeiten für einen reibungslosen Betrieb. Lediglich die Präsenzzeiten sind flexibler und ausgedehnter während der Filmtage. Eine spezielle Nachmittags- und Spätabendskarte sorgt für rasche Verpflegung. Wild und Kaninchen stehen im Fokus. «Wir setzen dabei auf Schöpfmenüs, was bei einer kleinen Küche eine Erleichterung darstellt und die Wartezeiten verkürzt», sagt Schöb. «Es gibt halt Filmtage-Gäste, die habens pressant. Andere wiederum lassen gerne mal einen Filmblock sausen, um ein bisschen länger bei uns zu verweilen.»