Stadtbummel Solothurn
Vielleicht wäre weniger mal mehr

Reto Sperisen
Reto Sperisen
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Das Feuerwerk als Höhepunkt der Feierlichkeiten.

Das Feuerwerk als Höhepunkt der Feierlichkeiten.

Willkommen im neuen Jahr! «Wir müssen wieder vermehrt zusammenstehen» oder «Blicken wir also voller Zuversicht in die Zukunft». So tönte es vor drei Tagen. Am 1. August wird viel geredet. Weitere Müsterchen sind: «Aufeinander hören heisst auch einander achten» oder «Alle für einen, einer für alle».

Handelt es sich bei diesen Sentenzen um ernstzunehmende Zukunftspläne? Oder bloss um Phrasen und Gemeinplätze? Irgendwie ist es doch so wie an Silvester: Man nimmt sich Ende Jahr immer sehr viel vor, stellt hohe Ansprüche an sich selbst und beruhigt durch gute Vorsätze das eigene Gewissen. Natürlich muss man zuerst ein bisschen kritisch zurückblicken, um sich dann vorzunehmen, dies und das im neuen Jahr besser zu machen. (Das sind übrigens die Ingredienzien für eine gute 1. August-Rede!) Und dann kommt der Jahreswechsel und – seien wir ehrlich – drei Tage später sind viele Vorsätze beinahe wieder vergessen; man ist im alten Trott und macht weiter wie bisher. Vielleicht nimmt man sich auch einfach zu viel vor? Vielleicht wäre weniger mehr?

Endlich Ferien! Für einige sind sie schon (fast) durch, für andere haben sie erst jetzt im August begonnen. So oder so muss man sich mit dem Gedanken beschäftigen, wohin man in den Ferien fahren möchte. Ins Ausland? Ins schöne Bündnerland? Oder noch besser: in Solothurn bleiben? Daheim ist es doch am schönsten – und erst noch mit Familie. Endlich Ferien!

Und schon steht auch das Tagesprogramm für den ersten Ferientag fest: Am Morgen den Kleinen in die Badi zum Schwimmkurs bringen, dann (wollte man schon lange!) das Auto in den Service bringen, einkaufen für den Grillabend, den Kleinen aus der Badi holen (diesmal mit dem Velo!), die Grosse wecken, Mittagessen kochen und essen, den Kleinen in den Ferienpass bringen, einen Veloanhänger bestellen (braucht man erst, wenn das Auto im Service ist!), den Garten auf Vordermann bringen, das Auto holen, die Grosse zu Freunden ins Wasseramt fahren, den Kleinen aus dem Ferienpass holen, die Grillade vorbereiten und mit den Gästen ab 18 Uhr «auf die Ferien» anstossen. Schön, so zuhause! Endlich Ferien! Vielleicht wäre weniger diesmal wirklich mehr. Voilà.