Handharmonika
Vielfalt und Pracht des Akkordeons

Das Handharomonika Orchester Solothurn bot bei seinem jährlichen Konzert viel Abwechslung und bekam dafür eine Menge Applaus.

Mark A. Herzig
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Die Jugend-Akkordeongruppe brillierte heuer bereits am «Eidgenössischen» und wurde mit viel Applaus bedacht.

Die Jugend-Akkordeongruppe brillierte heuer bereits am «Eidgenössischen» und wurde mit viel Applaus bedacht.

Tina & Thomas Ulrich

Das Handharmonika-Orchester Solothurn (HOS) bietet an seiner jährlichen Abendunterhaltung mit Konzert und Theater der Jugend-Akkordeongruppe (JAG) jeweils Raum für einen Auftritt vor grossem Publikum. Das hat sich bewährt, hat die JAG doch am «Eidgenössischen» mit der Komposition «Es war einmal» von Susanne App mit einem «Vorzüglich» belohnt. Das heimische Publikum sahs genauso, was der kräftige Applaus für dieses Werk, wie auch für «Play again» (Wasem Schmieder) und «Hey Brother» (Avicci/Bye) belegte.

Auch das HOS war in Disentis erfolgreich. Es wurde sowohl für das Pflichtstück «Fantasy in Concert» von Renato Bui als auch für das Selbstwahlstück «Singapur Skylines» von Wolfgang Russ-Plötz mit «vorzüglich» eingestuft. Mit fast mystischen Klängen liess das von Susanne Weber geleitete HOS die Silhouetten der Stadt vor dem inneren Auge aufsteigen.

Das vielfältige Akkordeon ist das Lieblingsinstrument des HOS. Das wurde mit diesen und den weiteren Interpretationen des Abends voll belegt. So zeigte Ernst Zeiners Medley, dass Jerry Brocks Musical «Anatevka» mehr ist als «Wenn ich einmal reich wär», worauf der moderierende Daniel Bachmann verschmitzt hinwies. In die Vielfalt passten auch «Sinfonia per un addio» (Reverberi/Giordano) und Norbert Gälles «Böhmischer Traum». Den Übergang zum Theaterteil machte «Rock ’n’ Roll» (Lyne/Hummel).

Lachstürme programmiert

Der Theatergruppe des HOS unter der Regie von Ernst Bigler gelang es erneut, die Zuschauer zu Lachstürmen und Szenenapplaus zu reizen. Es spielten Erhard und Jonas Anderegg, Liliane Eggenschwiler, Sylvia Huggler, Agnes Neeser und Reto Imgrüt, als Souffleuse gab Heidi Affolter im Hintergrund die nötige Sicherheit.

Peter Berner ist für seine Familie der Fels in der Brandung. Dieser gerät ins Wanken, als seine Frau Rita nach einem Frauenabend in männlicher Begleitung heimkehrt. Peter, Tochter und «diskreter» Nachbar sind fassungslos. Dass zudem Peters Schwester Anita auftaucht, ist der Stimmung auch nicht zuträglich. Während sich die Situation ins Absurde aufschaukelt, wird Peter leicht irre: Er sieht plötzlich ein bildhübsches Mädchen namens Dolly.

Die fiktive, unsichtbare Dame treibt die gesamte Familie in den Wahnsinn, zum Höhepunkt der Verwirrung. Diese löst sich endlich in Wohlgefallen auf. Das zahlreiche Publikum dankt es mit Applaus.