Seit vielen Jahren erfreut die Brass Band Solothurn (BBS) ihr grosses Publikum jeweils mit einem Adventskonzert in der Zuchwiler St.-Martins- und neuerdings auch in der Stadtsolothurner Franziskanerkirche. Eine Traditionserweiterung? Das ist angesichts der Zufriedenheit besagten Publikums anzunehmen, zumindest zu erhoffen.

Den festlichen Abend, durch den Ruedi Krebs als besinnlich-fröhlicher Moderator führte, eröffnete die Jugendformation der BBS, die «SOL Brass Kids». Ihre Leiterin Claudia Flury, die in der BBS als Trompeterin mitwirkt, versteht es, die jungen Musizierenden für unterschiedliche Stilrichtungen zu begeistern. Dies belegte das «Kids-Program»: Viver senza Tei (1989 Schweizer Eurovisionsbeitrag der Gruppe Furbaz) wurde gefolgt von White Christmas, das die meisten in der Gesangsfassung mit Bing Crosby kennen.

Das Arrangement stammt von Kees Vlak, der auch dasjenige des «Jingle Bell Rock» geschrieben hat. Hanne Sørvaag und Frederick Kempe haben die Ballade «My Heart Is Yours» geschrieben und Haakon Esplo, ebenfalls Norweger, hat sie arrangiert. Es war eine Freude zu hören, wie die Brass-Kids ihrer engagierten Leiterin folgten, der grosse Applaus war voll verdient.

Viel Platz für Klassiker

Die Brass Band unter Dirigent Martin Bütikofer eröffnete den zweiten Konzertteil mit dem Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel. Dieses Werk des Barockkomponisten, das, von Philip Lane exzellent arrangiert und von der BBS ebenso interpretiert, bestens in den klassizistischen Raum der Franziskanerkirche passte. Darauf folgte ein Arrangement von Andrew Duncan aus John Williams Filmmusik «Born on the Fourth of July».

Aus einem an Höhepunkten reichen Abend ragte das Konzert für zwei Trompeten von Antonio Vivaldi noch heraus. Das Arrangement wurde von Martin Bütikofer speziell für dieses Adventskonzert geschrieben; er und Claudia Flury spielten auf ihren Piccolotrompeten (oft Bachtrompeten genannt) äusserst brillant die Soloparts. So kamen die Zuhörerinnen und Zuhörer neben einem glanzvoll interpretierten Stück zusätzlich in den Genuss einer Uraufführung und zeigten sich ob des Dargebotenen hell begeistert.

Via «Skyfall»-Thema, arrangiert von Philip Sparke, und Hans Zimmers Melodien zu «The Lion King» kehrte die BBS in die Gegenwart zurück und damit zum abwechslungsreichen Titel «A Christmas Festival» von Leroy Anderson. Er hat darin viele der bekanntesten Weihnachtslieder verarbeitet.

Modest Mussorgski hat «Bilder einer Ausstellung» in Kompositionen umgesetzt. Mit deren Vielfalt an Klangfarben bot und bietet sich das Werk zur Bearbeitungen für unterschiedlichste Instrumentalbesetzungen an.

Das letzte Thema darin ist, für Brassband von John G. Mortimer arrangiert, «Das grosse Tor von Kiew», durch das die BBS gleichsam vor den Zuhörenden herschreitend den Programmteil des Abends, erweitert durch die Zugabe A Little Prayer», verliess.

«Stille Nacht, heilige Nacht» schloss das Konzert ab. Mächtig füllten die Harmonien den Kirchenraum und entliessen die Besucher in feierlich aufgeräumter Stimmung in eine freundliche Adventsnacht.