Galerie Artesol
Viele Anleihen bei der Natur

Mit Thomas Grogg (Malerei) und Pascal Murer (Skulpturen in Holz), steht in der Galerie ArteSol das Thema Naturdarstellung verschiedener Ausdrucksweisen und latentes Streben nach der dritten Dimension im Fokus.

Hans R.Fröhlich
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Thomas Grogg (l.) und Pascal Murer stellen im «Artesol» aus.

Thomas Grogg (l.) und Pascal Murer stellen im «Artesol» aus.

Hans R.Fröhlich

In seiner zweiten Ausstellung bei ArteSol hat Thomas Grogg (Herrenschwanden) seine Landschaftsmalerei weiterentwickelt. Seine kargen Uferlandschaften im Erdbraun-Spektrum gründen in seinen Erinnerungen an den Wassersport und sind den elementaren Naturstimmungen an eher nördlichen Küstensituationen gewidmet.

Der Bildaufbau vom farbintensiven Vordergrund in sukzessiver Reduktion bis zum praktisch farblosen oberen Bildrand erzeugt eine kaum zu steigernde Farbperspektive. Wesentlich jedoch der oft nur schwach angedeutete Horizont, der die Landschaft definiert, wie der Mensch sie erlebt.

Darüber beginnt der Himmel, der das das Irrationale bedeutet. Unter dem Horizont somit das Rationale. Der Vordergrund zeigt verlassene Küsten, das Spielfeld der Form- und Farbgestaltung in den Arbeiten von Grogg. Seine Technik beruht auf einem Nacheinander von Öl- beziehungsweise Acryltechnik auf Leinwand. Einige Partien werden abgewischt, bleiben matt. Bei andern entsteht durch Überlagerung eine Emulsion, die durch beschleunigte Trocknung durch Erwärmung eine Craquelet-Bildung hervorruft, das Faszinosum bei Groggs Arbeiten.

Wie ein Baum aus der Erde

In der Ausstellung zeigt Pascal Murer aus Minusio Skulpturen aus Hölzern wie Zeder, Buche oder Platane. Thema ist der Baum als Wesenheit der Natur. Diese Arbeiten zeigen jedoch nur einen Ausschnitt aus dem Schaffen des vielseitigen Künstlers. Grundlage oder Voraussetzung dazu ist sein zeichnerisches Werk. Sein Augenmerk richtet sich auf harmonische und gewachsene Linien und Formen, die er im weiblichen Körper vereint findet und darstellt.

Die Kunst von Pascal Murer entsteht wie der Baum aus der Erde. Das Lichtspiel auf den mit der Kettensäge gestalteten Strukturen und die Darstellung der Wachstumskräfte, die er das Crescendo nennt, sind das Ziel seines Schaffens.

Bezeichnend für die zahlreichen V-förmigen Skulpturen ist das Florale, die Öffnung zum Licht als Station im Kreislauf der Natur. Von der Zeichnung ausgehend versteht er seine Skulpturen als Transposition der Zeichnung in die dritte Dimension. Nach der Holzbildhauer-Ausbildung in Brienz des in Altdorf aufgewachsenen Künstlers folgt unter anderem ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Öffnungszeiten: Mi/Fr, 14.30 bis 17 Uhr, Do 14.30 bis 19 Uhr, Sa 11 bis 16 Uhr, Sa-Apéro: 23. April um 11 Uhr, Finissage: 30. April von 11 bis 16 Uhr