Solothurn
Viel Lob für den Wiehnachtsmäret – nur die bissige Kälte störte

Sowohl die Standbetreiber als auch das Publikum schätzen das Angebot am Soledurner Wiehnachtsmäret. Für die kommenden Jahre soll das Angebot wenig Änderungen erfahren.

Katharina Arni-Howald
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Wiehnachtsmäret Solothurn – Impressionen vom Samstagabend
16 Bilder
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Wiehnachtsmäret mit Blubberblasen
Wiehnachtsmäret Solothurn – Impressionen vom Samstagabend
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Jeder Stand erzählt mit Lichteffekten und Angebot eine kleine Geschichte
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Impressionen vom Wiehnachtsmäret Solothurn
Wiehnachtsmäret Solothurn

Wiehnachtsmäret Solothurn – Impressionen vom Samstagabend

Hanspeter Bärtschi

Es ist kalt am Kreuzackerquai. Die Leute reiben sich die Hände. Das Glas Glühwein macht sie wärmer. Wärmer ums Herz wird es einem beim Blick in die kleinen, aneinander gereihten, weihnächtlich geschmückten und beleuchteten Holzhäuschen. «Ich finde den Solothurner Weihnachtsmarkt so schön, weil hier unverfälschte handwerkliche Produkte angeboten werden», sagt ein Besucher aus Deutschland und vergleicht ihn mit den grossen Märkten in seiner Heimat.

Auf der Aare hupt ein Dampfboot. Über dem Wasser schweben kleine und grosse pastellfarbene Seifenblasen, die Kinderaugen zum Glänzen bringen. Und auf der Bühne vor dem Gewerbeschulhaus erfreut das Blechbläser-Ensemble der Musikschule Solothurn das Publikum.

Beim Küchenspezialisten Steiner gehen Glühwein und Wiehnachtsmäretbratwürste wie heisse Weggli über die Theke. «Die ersten zwei Tage waren super», sagt Kudi Steiner. «Es ist zur Tradition geworden, dass die Stammgäste am Abend nach der Arbeit noch rasch vorbeikommen, um einen Glühwein zu trinken.» Man merkt: Statt an der Heso im Herbst trifft sich Solothurn im Winter am Kreuzackerquai.

An einem Stehtischchen rühren zwei ältere Frauen in einem Plastikbehälter. Das Solothurner Weinsüppchen von der Bürgergemeinde dampft und schmeckt, wie es sein soll. Es ist Zeit, ein bisschen zu schwärmen: «Wir sind gerne unter Leuten und lieben die Adventsstimmung hier. Man kann sich so richtig auf Weihnachten einstimmen.»

Dass das Weinsüppchen ankommt, weiss auch Markus Jordi, der am Stand der Bürgergemeinde steht: «Die Suppe ist ein Renner. Wir haben bis jetzt pro Tag rund 400 Portionen verkauft.» Das wird insbesondere den Küchenchef des Altersheims St. Katharinen freuen, der die Solothurner Spezialität nach seinem Gusto kreiert hat.

Nächstes Jahr erneut dabei sein

Bilanz ziehen kann auch Lisbeth Rüfenacht, die für die Besucher des Buechibärgermärets keine Unbekannte ist. Um die Bäuerin aus Mühledorf schart sich ein stattliches Helferteam. Sie selbst rührt in einer riesigen Pfanne mit einem Szegediner Gulasch. Dazu serviert sie Würstchen mit selbst gebackenem Brot. «Immer mehr Leute stellen auf regionale Produkte um», weiss sie aus Erfahrung. Seit es den Wiehnachtsmäret gibt, ist Lisbeth Rüfenacht dabei. «Das Publikum hat uns auch dieses Jahr viel Aufmerksamkeit geschenkt und unsere Arbeit gelobt.»

Wahre Kunstwerke sind die Cupcakes von Linda Gutknecht. Mit ihrem Cupcakeladen verwöhnt sie die Schleckmäuler von Solothurn das ganze Jahr hindurch. Die gelernte Konditorin versteht es, Essen und Kunst miteinander zu verbinden. Es ist nicht erstaunlich, dass sie auch am Wiehnachtsmäret Erfolg hat. Über 2000 kleine und grosse Naschereien hat sie bereits verkauft. «Ich wäre gerne auch das nächste Jahr dabei», betont sie und hofft, dass das OK ihren Wunsch erfüllen wird.

Das hoffen auch Fränzi Richard und Ursi Zwahlen von der Seifensiederei Twins’. Mit ihren an 1001 Nacht erinnernden Dusch-, Gesichts- und Handseifen mit Zutaten aus dem eigenen Bio-Kräutergarten verzaubern auch sie ein breites Publikum. «Unter den zahlreichen Besuchern waren auch einige Touristen dabei», stellen die beiden fest.

Highlight CD-Taufe

Eine positive Bilanz zieht auch OK-Präsident Martin Tschumi. «Es ist alles gut gelaufen, und wir haben viele positive Reaktionen erhalten.» Nur das Wetter habe die Stimmung etwas getrübt. «Die bissige Kälte hat den Ausstellern und den Besuchern zugesetzt.» Letztere hätten nicht lange durchgehalten, bedauert er, tröstet sich aber damit, dass Kälte immer noch besser gewesen sei als Regen.

Im Prinzip soll im nächsten Jahr alles beim Alten bleiben. «Die Zahl der Aussteller wird nicht erhöht, und wir wollen nach wie vor nicht, dass sich diese gegenseitig konkurrenzieren.» Wichtig sei dem OK auch, dass der Wiehnachtsmäret nicht zu einem «Foodmarkt» verkomme. Auch sollen nur Aussteller angenommen werden, die qualitativ gutes Handwerk anzubieten haben.

Als Highlight bezeichnet Tschumi die CD-Taufe des von Simu Fankhauser geschaffenen «Soledurner Wiehnachtsliedes», dessen Erlös der Palliativstiftung Pro Pallium mit Sitz in Olten zugutekommt. Zum Hit wird schliesslich das öffentliche Singen des Liedes, bei dem die Kälte fast vergessen wird.