Region Solothurn
Videobotschaften oder der Samichlaus-Drive-in: Drei innovative Angebote sorgen für Ersatz

Besuche durch den Samichlaus sind heuer schwierig. Doch es gibt Ersatz: Lob per Videobotschaft oder der Samichlaus-Drive-in.

Fabio Vonarburg
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Zu Zeiten von Corona gibt es jetzt einen Samichlaus Drive-in.

Zu Zeiten von Corona gibt es jetzt einen Samichlaus Drive-in.

Symbolbild/ Michel Canonica

Er habe eine ganz wichtige Nachricht, sagt der Samichlaus mit seiner tiefen bedächtigen Stimme. «Wie ihr wisst, sind wir dieses Jahr in einer ganz schwierigen Situation, mit diesem Coronavirus. Weil der Schmutzli und ich schon ganz alte Männer sind, haben wir schon ein wenig Angst um unsere Gesundheit.» Deswegen könnten sie dieses Jahr nicht von Tür zu Tür gehen. Dafür würden sie Videobotschaften verschicken.

Mit dieser Videobotschaft des Samichlaus macht die Jubla St.Niklaus Werbung für ihr diesjähriges Samichlaus-Projekt. In pandemiefreien Zeiten besuchen die Samichläuse der Jugendorganisation jeweils an drei Tagen rund 50 Haushalte. Wegen der Coronapandemie habe man sich eine coronafreundliche Samichlaus Überraschung überlegt, schreibt die Jubla.

Die Idee: Die Jubla produziert persönliche Videobotschaften vom Samichlaus. Wer mit einer solchen sein Kind oder einen Freund überraschen will, kann sich für den speziellen Service anmelden (siehe Box unten). Dazu muss man nebst dem Alter und dem Namen der zu überraschenden Person angeben, was der Samichlaus loben und/oder tadeln soll. Die Botschaft des Samichlaus erhält man dann spätestens am 4. Dezember zugeschickt.

Bislang wurden bei der Jubla 26 Videobotschaften in Auftrag gegeben, wie die für das Projekt verantwortliche Haira Droz erklärt. Damit sind die Jugendlichen noch nicht am Anschlag. «Hausbesuche sind um einiges stressiger», lacht Haira Droz und berichtet, dass der Chlausen-Einsatz eine wichtige Einnahmequelle für die Jubla sei, die sich damit unter anderem das Lager mitfinanziert.

Auf ein ähnliches Konzept setzt das Projekt Videochlous, das von zwei jungen Solothurnern initiiert wurde. «Selber mit der Tradition des Samichlaus aufgewachsen, wollen wir verhindern, dass Corona uns diese schöne Tradition nimmt», schreiben die beiden auf ihrer Website. Auch hier kann man angeben, was der Samichlaus bemängeln respektive rühmen soll.

Wenn der Samichlaus nicht kommt, muss man zu ihm

Im Sauriermuseum in Bellach ist der Samichlaus jedes Jahr zu Gast. Auch in diesem Jahr, wenn auch unter ganz anderen Voraussetzungen. Statt im Museum wartet der Samichlaus am 5. Dezember draussen auf die angemeldeten Besucher, die mit ihrem Auto vorfahren und sich dann durch das Autofenster mit dem Samichlaus unterhalten können. Respektive die Kinder können ihre gelernten Versli vortragen, und erhalten ein Chlausensäckli. Dieses wird in einem Korb, der an einem langen Stock hängt, coronakonform durch das Fenster überreicht, sodass zu jeder Zeit die nötigen Abstände eingehalten werden können.

Die Betreiber des Dinosaurier-Museums, nennen ihren spontan aus dem Boden gestampften Samichlaus-Service «Samichlaus-Drive-in». «Eine sehr unromantische Version», lacht Stefan Frieden, Leiter des Sauriermuseums. Doch: «Entweder man wartet, bis alles wieder normal ist, oder man denkt ein wenig um», sagt Frieden, der bereits viele positive Reaktionen erhalten hat. «Ist halt mal etwas anderes», sagt der Museumsleiter und scherzt: «Wir hoffen, dass es keinen Stau bis zu Autobahn gibt», um ernst hinzuzufügen, dass man auf dem Gelände viel Platz zur Verfügung hat und zudem zwei Warteparkplätze einrichten wird.

Sobald der Chlaus frei ist, darf man zu ihm um den Ecken vorfahren. Eine Anmeldung im Vorfeld der Aktion ist zwingend. Und ganz klar, «ganz ohne Dinosaurier wird es nicht gehen», sagt Frieden. So wird sicher ein Dinosaurier aus Holz aufgestellt, der eine Samichlaus-Mütze trägt.

Die drei innovativen Angebote im Überblick

Samichlaus-Drive-in: Der Besuch des Samichlaus am 5. Dezember zwischen 18 und 20 Uhr auf dem Gelände vor dem Sauriermuseum in Bellach ist kostenlos. Anmeldung bis spätestens am 30. November unter: www.sauriermuseum-bellach.ch.

Videochlous: Die Videobotschaft der beiden jungen Solothurner ist kostenlos. Anmelden kann man sich bis und mit heute 25. November unter: www. videochlous.ch.

Jubla St. Niklaus: Wer sich eine Videobotschaft vom Samichlaus der Jubla wünscht, der findet das Anmeldeformular auf der Website www.jubla-stniklaus.com. Pro Person beträgt der Mindestbeitrag fünf Franken. (fvo)