Solothurn

Verzögerungen bei der Migros an der Baselstrasse: Noch werden Mieter gesucht

Noch werden Mieter für das Amag-Areal gesucht.

Noch werden Mieter für das Amag-Areal gesucht.

Die Pläne für ein Migros-Einkaufscenter an der Baselstrasse gedeihen nicht so rasch wie ursprünglich angedacht.

Im März waren die Migros-Pläne an der Baselstrasse im weitgehend verlassenen Amag-Garagen-Trakt noch glasklar gewesen: Nach Abschluss eines Generalmietvertrags hätte der orange Riese am 1. Oktober die Liegenschaft übernommen. Und dann nach einem Umbau ihr neues Einkaufscenter auf der Hälfte der 1400 Quadratmeter Mietfläche im Frühling 2018 eröffnet. Die andere Hälfte soll an Fremdmieter gehen, doch die grossen Transparente, dass noch Mietflächen zu haben sind, prangen immer noch vor der Migrol-Tankstelle.

Von irgendwelchen Umbau-Aktivitäten keine Spur. Möglich sei, dass die Ausbaupläne des Bipperlisi – vorgesehen ist allenfalls eine doppelte Gleisführung bis 2021 – die Migros-Planung verzögere, wird geunkt. Bei der Genossenschaft Migros Aare in Schönbühl reagiert Mediensprecherin Andrea Bauer ausweichend auf die Frage, ob man nun die Liegenschaft wie terminiert am 1. Oktober übernommen habe. «Die Migros Aare ist nach wie vor daran interessiert, an diesem Standort einen Supermarkt zu realisieren. Zusammen mit der Eigentümerschaft (Amag) prüfen wir derzeit, wie eine Lösung mit der angedachten Anpassung der Baselstrasse aussehen könnte. Die Lösungsvorschläge werden dann anschliessend mit den jeweils zuständigen Gremien besprochen.»

Manor spielt keine Rolle

Spekuliert wurde auch schon, Migros expandiere in Solothurn derart, um vor allem Manor Food aus dem Markt zu drücken. Doch dieser gibt bekanntlich den Standort in der Schanzmühle nächsten April auf. Der Verdacht, dass es Migros nach dem Wegfall von Konkurrent Manor Food mit dem Vorantreiben der neuen zwei Standorte in Solothurn nicht mehr so eilig hat, lässt sich aber bei Migros nicht erhärten. Wiederum Andrea Bauer: «Generell richtet sich die Migros Aare nicht nach der Konkurrenz, sondern nach den Bedürfnissen ihrer Kundschaft. Somit hat auch Manor keinen Einfluss auf unsere Expansionspläne.»

Das Bipperlisi hier künftig mit Doppelgleis und ein Migros-Einkaufscenter dürften eine planerische Knacknuss abgeben.

Das Bipperlisi hier künftig mit Doppelgleis und ein Migros-Einkaufscenter dürften eine planerische Knacknuss abgeben.

«Das ist sehr sportlich»

Zur Situation an der Baselstrasse meint für die Gebäude-Eigentümerin Amag Immobilien AG in Zürich Portefeuille-Betreuer Irfan Cantekin: «Es ging zuerst einmal darum, unsere Vorarbeiten abzuschliessen, ehe dann der Mieterausbau erfolgt.» Doch sei das Bewilligungsverfahren sehr langwierig verlaufen, «auch für uns ungewohnt lange». Nun gehe es um den Mieterausbau, und da bestätigt Cantekin, was Migros so nicht sagen wollte: Die Amag-Liegenschaft wurde von ihr nicht wie angekündigt am 1. Oktober übernommen. Und angesprochen auf den ebenfalls im März angekündigten Bezug des neuen Migros-Centers auf Frühling 2018, meint Cantekin lakonisch: «Das ist sehr sportlich.»

Wie weit das Projekt einer doppelspurigen Bipperlisi-Gleisführung auf der Baselstrasse die Migros-Pläne beeinflusst oder noch beeinflussen wird, kann man in Zürich derzeit nicht abschätzen. «Aber wir werden eine Lösung finden», ist Irfan Cantekin überzeugt. «Denn unser Areal ist erschlossen und die Zufahrt nur von dieser Seite (der Baselstrasse) her möglich.»

Noch nichts von Migros gehört

Kantonsingenieur Peter Heiniger bestätigt für das kantonale Amt für Verkehr und Tiefbau AVT erst mal eines: «Migros hat wegen der Baselstrasse und des Bipperlisi-Ausbaus noch keinen Kontakt mit uns aufgenommen.» Doch sei das ganze Vorhaben ohnehin noch sehr vage: «Wir haben derzeit nicht einmal ein Vorprojekt. Wir müssen noch alles mit der Aare Seeland Mobil asm abklären. Und die ganze Finanzierung wird ohnehin komplex.»

Eine künftig doppelgleisige Streckenführung zwischen dem Baseltorkreisel und St. Katharinen an der Stadtgrenze wird jedoch vom Kantonsingenieur favorisiert: «Der Verkehr soll damit flüssiger und sicherer werden.» Dass ein solches Projekt aber zu Friktionen mit den Migros-Plänen und dem Einkaufsverkehr auf dem Amag-Areal führen könnte, schliesst Peter Heiniger nicht aus: «Es wird an der Baselstrasse eine längere Bauphase geben. Und es ist wichtig, die Baustelle im Griff zu haben», kann er auf jüngste Erfahrungen in Feldbrunnen zurückblicken.
Noch weiter weg ist die Absicht, bis 2030/2035 das Bipperlisi auf den Viertelstundentakt umzustellen (wir berichteten). Was das für die städtischen Verkehrsachsen Baselstrasse und Bahnhofplatz bedeuten könnte, weiss Peter Heiniger derzeit nicht. Betroffen seien diese Strassenabschnitte davon sicher. «Doch jetzt läuft erst einmal die Vernehmlassung durch die Kantone zum entsprechenden Bundesprogramm an.»

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