Solothurn

Verwirrung um Abendverkauf: Läden schliessen zu unterschiedlichen Zeiten

Donnerstag ist Abendverkauf in Solothurn.

Donnerstag ist Abendverkauf in Solothurn.

18.30 Uhr, 20 Uhr oder 21 Uhr: Die Solothurner Läden schliessen am Donnerstag zu unterschiedlichen Zeiten. Das sorgt für Verwirrung.

Es war einmal so einfach: Wer in gemütlich in der Solothurner Altstadt «lädele» wollte, wusste genau, von wann bis wann er diesem Freizeitvergnügen frönen konnte. Am Samstag von 9 Uhr bis 17 Uhr, an einem Werktag von 9 Uhr bis 18.30 Uhr, mit Ausnahme vom Donnerstag, an dem Tag hatten die Läden Abendverkauf und somit bis 21 Uhr für die Kundschaft geöffnet. Und dann kam Corona und damit zuerst der Lockdown und danach ein Chaos um die Öffnungszeiten der Läden.

Schluss ist am Donnerstag zu unterschiedlichen Zeiten

Seit dem 11. Mai dürfen die Läden wieder geöffnet haben und damit kam auch wieder Leben in die Stadt. Dass die Coronakrise noch immer anhält, daran erinnern die Schutzmassnahmen in den Lokalen und Läden, aber auch die Papierblätter, die vielerorts am Eingang aufgehängt wurden. Darauf stehen die derzeit geltenden Öffnungszeiten. Wer etwa durch die Gassen der Altstadt läuft, merkt schnell, dass es mit der früheren Einheit vorbei ist.

Vor allem in Bezug auf den Abendverkauf am Donnerstag. Vögele Shoes hat derzeit am Donnerstag bis 18.30 Uhr geöffnet und lässt somit den Abendverkauf gleich ganz aus. Gleich handhabt dies der Tschibo. Viele machen es wie der Manor und das Buchhaus Lüthi in Solothurn. Diese bieten zwar den Abendverkauf am Donnerstag weiterhin an, schliessen aber eine Stunde früher als eigentlich gewohnt, also bereits um 20 Uhr. Und dann gibt es noch jene Läden, die nichts geändert haben und wie gewohnt am Donnerstag bis 21 Uhr offen haben. Darunter Ochsner Shoes und die Fielmann-Filiale.

Dass die Läden am Donnerstagabend zu unterschiedlichen Zeiten schliessen, hatte zur Folge, dass sich Kunden bei der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn beschwert haben, wie deren Geschäftsführer Charlie Schmid ausführt. «Für die Kunden ist es am besten, wenn die Läden möglichst einheitliche Öffnungszeiten haben», sagt Schmid.

Darum setzt sich die Stadt- und Gewerbevereinigung dafür ein, dass die Öffnungszeiten wieder besser koordiniert werden. Dass nicht mehr alle Läden am Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet haben, liegt gemäss Schmid daran, «dass die Kundenfrequenzen nicht mehr stimmen». Sprich: Zwischen 20Uhr und 21 Uhr läuft wenig. Die Entscheidung von einigen Läden bereits eine Stunde früher zu schliessen, führte dazu, dass noch weniger läuft, was wiederum dazu führte, dass weitere Läden die Zeiten anpassten.

Abendverkauf hat nicht mehr die gleiche Bedeutung

Dass weniger Kunden den Abendverkauf nutzen, liegt aber nicht unbedingt an Corona. Das Gewerbe sei zufrieden, wie das Geschäft seit der Wiedereröffnung laufe, sagt Schmid. So geht er nicht davon aus, dass die Kunden an einem anderen Ort einkaufen, sondern offenbar habe sich das Konsumverhalten geändert und «der Abendverkauf hat damit nicht mehr die Bedeutung, die er einmal hatte». Bereits schon im Sommer vor einem Jahr hat es Läden gegeben, die am Donnerstag vor 21 Uhr ihre Türen schlossen.

Die Stadt- und Gewerbevereinigung überlegt sich nun, ob sie im Herbst eine spezielle Aktion starten will, um den Abendverkauf wieder richtig zu lancieren. Etwa mit Aktionen, die nur zwischen 20 und 21 Uhr gelten. Oder allenfalls wird der Abendverkauf bis 21 Uhr ganz in Frage gestellt. Je nachdem, wie sich die Kundenfrequenz im Abendverkauf weiterentwickelt.

Man habe manchmal den Kundinnen und Kunden erklären müssen, warum man früher schliesse, sagt David Strube, Filialleiter Manor Solothurn. So war im Mai und Juni ein Teil des Manor-Verkaufspersonals noch auf Kurzarbeit. «Aber wir haben meistens Verständnis erhalten und nicht viel negatives Feedback.» Die Verkürzung der Öffnungszeiten hätte sich gelohnt, sagt Strube , «wir können uns während der höchstfrequentierten Stunden besser auf unsere Kundschaft konzentrieren». Die Öffnungszeiten am Donnerstag und Samstag bleiben definitiv ein Thema, sagt er weiter. Und diese würden je nach Entwicklung der Frequenz im Herbst angepasst.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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