Filmfestival

Vernichtende Kritik der Zürcher: «Die Solothurner Filmtage sind überflüssig»

2015: Das Plakat der 50. Solothurner Filmtage

2015: Das Plakat der 50. Solothurner Filmtage

Kurz vor dem Start der 50. Solothurner Filmtage verreisst ein NZZ-Journalist das traditionelle Filmfestival und stellt seine Daseinsberechtigung in Frage.

Am Donnerstag startet die 50. Ausgabe der Solothurner Filmtage. Zu diesem Anlass werden wie jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz wie auch aus dem Ausland in die Barockstadt reisen, die Hotels sind bereits ausgebucht.

Die Beliebtheit des Filmfestivals ist somit nach wie vor gross. Doch die Zürcher scheinen damit nicht einverstanden zu sein. In der letzten Ausgabe der «NZZ am Sonntag» schreibt der Journalist Christian Jungen, die Solothurner Filmtage hätten «ihre ursprüngliche Daseinsberechtigung verloren». Denn die Filmtage seien gegründet worden, um den Schweizer Film im Kino zu etablieren. Mittlerweile sei dies aber längst eingetroffen.

Trailer zu den 50. Solothurner Filmtage 2015

Trailer zu den 50. Solothurner Filmtage 2015

Jungen blickt auf die Geschichte der Filmtage zurück und beschreibt, wie sie zur «Heimatstätte der 68er» wurden, wie Ivo Kummer Stephan Portmann als Direktor ablöste und eine zweite Ära der Filmtage begann. Die Verleihung des Schweizer Filmpreises in Solothurn ab 1998 habe die Filmtage erneut «revitalisiert».

Heute aber sei «das einstige Widerstandsnest zur Hochburg der politischen Korrektheit» regrediert, schreibt Jungen. Des Weiteren wird der Filmpreis heute nicht mehr in Solothurn, sondern in Genf oder Zürich übergeben.

Deshalb sei es nötig, eine Debatte darüber zu führen, ob und in welcher Form es die Filmtage überhaupt noch brauche, so Jungen, der die Redaktion des Filmmagazins «Frame» leitet. Herausgeber des Magazins ist neben der «NZZ am Sonntag» auch das ZFF (Zurich Film Festival).

Der NZZ-Journalist schliesst seinen Bericht über die Solothurner Filmtage mit der abwertenden Beurteilung: «So wie sie sich heute präsentieren, sind sie das entbehrlichste Filmfestival der Schweiz.» (lsc)

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