Veloprüfung Solothurn

Verkehrsinstruktor: «Es ist die erste grosse Prüfung im Leben der Schüler»

Am Montag radelten rund 175 junge Fahrrad-Kadetten unter wachsamen Augen der Stadtpolizei durch die Stadt.

«Denkt daran, es ist kein Velorennen!», macht Konrad Müller, Verkehrsinstruktor der Stadtpolizei, den mit Drahtesel ausgerüsteten Jungfahrern dezidiert klar. Das wissen sie natürlich: Trotzdem feuert die Schulklasse ihre Startnummer 1 mit einem «Toi toi toi» an, als sie vom Kapuzinerkloster aus auf den Rundkurs in den Strassenverkehr startet.

«Es ist die erste grosse Prüfung im jungen Leben der Schüler», sagt Müller. Eine Prüfung, die den heuer rund 175 Schülern im Vorfeld einiges an Büffeln, Üben und unruhige Nachtstunden beschert hat. Die überall aufgestellten Signaltafeln zeigen es an: Die Stadt war wieder Schauplatz für die Veloprüfungen der Stadtschulen, der Steiner-Schule, des Heilpädagogischen Schulzentrums, der Tagessonderschule, sowie zweier Privatschulen (Lerns und IS Internationale Schule Solothurn).

Müller zur Seite standen am Montag sieben Postenbetreuer verteilt über die Rundstrecke sowie Polizeikollege Pascal Ruhstaller, der zurzeit in Weiterbildung ebenfalls den Weg des Verkehrsinstruktors beschreitet.

Veloprüfung in Solothurn

Veloprüfung in Solothurn

Nervös, aber vorbereitet

«Ich ging mit meinem Vater üben», erzählt Amaya (10), die die Prüfung bereits hinter sich hat: «Ich hoffe, dass ich sie trotz einiger Fehler bestanden habe». Trotz guter Vorbereitung sei sie nämlich sehr nervös gewesen. Ebenso ihr Klassengschpänli Noam vom Vorstadt-Schulhaus: Gerade auf grossen Kreuzungen habe er ein wenig Bammel gehabt. Dennoch blickt auch er einem hoffentlich erfolgreichen Resultat entgegen: «Ich bin zwei, drei Male mit der Mutter üben gegangen – und sie hat den Testbogen abgefragt», so Noam.

«Die Kinder sind nervös und zappelig. Sie freuen sich aber auch – und können es in der Regel sehr gut», stellt Müller fest. Das Solothurner Verkehrserziehungsmodell gilt als ausgereift und intensiv: Ab Kindergarten werden die Schüler bis zur Veloprüfung in der vierte und weiter bis in die neunte Klasse verkehrspädagogisch begleitet. «Dabei ist das Thema Blickkontakt und ‹Schauen-Lernen› sehr zentral», nennt er diesen Grundpfeiler der Sicherheit.

Müller, der die Schüler nun im 20. Jahr an die Veloprüfung heranführt, findet es eine dankbare Aufgabe: «Am Abend ist man sich noch klarer als sonst, dass man etwas bewegt hat. Und von den Kindern werde ich stets herzlich begrüsst – auch wenn ich oft streng sein muss.»

Meistgesehen

Artboard 1