Jetzt ist es definitiv: Der Verein Solothurn Classics ist wegen Zahlungsunfähigkeit konkurs. Dies geht aus einer Meldung im Handelsamtsblatt hervor. Demnach wurde der Konkurs bereits 3. Februar 2017 eröffnet. «Das Verfahren wurde inzwischen eingestellt», erklärt Mark Stadelmann vom kantonalen Konkursamt auf Anfrage. Man habe die nötigen Befragungen der Verantwortlichen durchgeführt, alles sei «sauber dokumentiert» gewesen. Ergebnis: «Es sind keine Aktiven vorhanden, um mögliche Gläubigerforderungen zu decken. Selbst für die Durchführung des Konkursverfahrens hat es kein Geld», so Stadelmann.

Ob überhaupt Forderungen im Raum stehen, sei unklar, weil man keinen Schuldenruf gemacht habe. Allfällige Gläubiger hätten nun noch die Möglichkeit, bis zum 27. März einen Vorschuss von 5000 Franken für die Deckung der Verfahrenskosten zu leisten. Stadelmann rechnet aber nicht damit, weil es keine Aussicht auf eine Dividende gebe.

Enttäuschte Gläubiger

Das definitive Ende für die Freilichtopern ist keine Überraschung. Schon Ende November 2016 hat sich der Verein «Freunde des Solothurn Classics» aufgelöst, nachdem einige Tage zuvor die Oper Schenkenberg in Konkurs gegangen ist. Die Solothurner wollten eigentlich mit den Aargauern zusammenspannen. Peter Kofmel, der letzte Leiter der Solothurn Classics, will zum Ganzen nichts mehr sagen. Nur so viel: «Die Sache ist soweit vom Tisch.» Auf die Gläubiger angesprochen, die nun kein Geld mehr erhalten, sagt er nur noch: «Über Zahlen haben wir nie gesprochen. Dabei bleibt es.»

Dass einige dieser Gläubiger nun die Faust im Sack machen, ist klar. Einer davon ist Dominique Pochelon, Inhaber der Vip Security Solothurn. «Es ist eine Sauerei», sagt er wütend, obwohl die Sache für ihn erledigt sei. «12 000 Franken muss meine Firma ans Bein streichen», bekennt er. Doch: «Ich will diesbezüglich nichts mehr unternehmen.» Er betont, dass dieser Konkurs seiner Ansicht nach ein grosser Imageverlust für die Stadt Solothurn sei. «15 Jahre lang habe ich für Solothurn Classics respektive für das Classic Openair Solothurn gearbeitet und nie Schwierigkeiten gehabt.» Leid täten ihm besonders die vielen freiwilligen und enthusiastischen Helfer, auf die Kofmel immer zählen konnte.

Ein weiterer Gläubiger, der ebenfalls Geld verloren hat, ist die «c&h konzepte werbeagentur ag» in Solothurn. Co-Geschäftsführer Christian Fluri sagt auf Anfrage: «Wir haben einen grossen Teil der Kommunikations- und Werbemassnahmen für das Solothurn Classics erbracht und einen hohen Rechnungsbetrag wohl oder übel abgeschrieben.» Konkrete Zahlen nennt er nicht. Er sei enttäuscht, dass die Ära Solothurn Classics nun so sang- und klanglos geendet habe. (fs/frb)