«Irgendeinmal ist es Zeit zu gehen und Platz zu machen», liess die scheidende Präsidentin Christine Lüthi Rüegg die zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder auf dem Spielplatz Tannenweg wissen. Der Rücktritt kommt ein Jahr nach dem 30-Jahr-Jubiläum, das letzten Sommer mit einem grossen Fest auf dem Spielplatz Güggi gefeiert wurde. Die Idee, auch in Solothurn Robinson-Spielplätze einzurichten, geht auf die 68er zurück und war so zündend, dass sie heute kaum mehr wegzudenken sind.

Territorienkämpfe

Zwischen 30 und 60 Kinder im Alter von fünf bis 11 Jahren verbrachten auch im vergangenen Jahr ihre schulfreien Nachmittage auf den drei Quartierspielplätzen beim Werken, Spielen, Basteln, Baumhüttenbauen und vielem mehr. «Bei uns auf dem ‹Güggi› sind regelmässig zwei bis drei Feuer in Betrieb, denn bei uns wird auch gerne gekocht», erzählte Spielplatzleiterin und Geschäftsführerin Guda Hess. Oft seien richtige Territorienkämpfe im Gang, sodass zwischendurch immer wieder ein Friedenstag eingeschaltet werden müsse. «Selbst das schlechte Wetter hat die Kinder nicht abgehalten, den Spielplatz zu besuchen.»

Wie ein umgestürzter Baum die Fantasien der Kinder anregen kann, erzählte Spielplatzleiterin Lis Dreier von der Villa 41, und Anna-Rita Wyss vom Spielplatz Tannenweg sprach von einem ungewöhnlich ereignisreichen Jahr, das von den Betreuerinnen alles abverlangt habe.

Platzhirsche nahmen Abschied

Von Abschiednehmen, Neuanfängen, Festivitäten und musikalischen Highlights war laut Andrea Keune und Thomas Reumer das Jahr des Schülertreffs geprägt. Es sei nicht einfach gewesen, einer Clique, die jahrelang das Territorium beherrscht habe, nahezulegen, dass sie nun Platz für Jüngere machen müssten. «Wir sind sogar kurzfristig in ein Loch gefallen, weil sich der Nachwuchs nicht automatisch eingestellt hat.»

Einstimmig angenommen hat die Mitgliederversammlung nebst neuen Pflichtenheften auch ein neues Leitbild, das die Chancengleichheit gewährleistet. Der Verein Quartierspielplätze hat zudem der Stadt zugesagt, als Ersatz für den Mädchentreff ein niederschwelliges Genderangebot für Mädchen in der Weststadt ins Leben zu rufen. Aus der Jahresrechnung ist ersichtlich, dass die Einwohnergemeinde den Verein mit 182 444 Franken und den Schülertreff mit 44 673 Franken unterstützt hat.