Solothurn
Verbindungen machten sich auf zu einem farbenfrohen Cortège durch die Stadt

Zahlreiche Ehemalige und Aktive feierten die 25. Ausgabe des Verbindungsfestes. OK-Präsident Michael Kiefer wagte einen Rückblick und zeigte, dass es zwischen den Studentenverbindungen früher nicht immer friedlich zu und her ging.

Katharina Arni
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Mit Fahnen und einem «Umzug» feierten die verschiedenen Studentenverbindungen ihren Verbindungstag.

Mit Fahnen und einem «Umzug» feierten die verschiedenen Studentenverbindungen ihren Verbindungstag.

Hansjörg Sahli

Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit die Altherrenpräsidenten der fünf Mittelschulverbindungen an der Kantonsschule Solothurn den ersten Solothurner Verbindungstag ins Leben riefen. Dieser war auch in diesem Jahr verbunden mit einem Begrüssungsreferat in der Kanti-Aula, einem Cortège durch die Stadt und gemütlichem Beisammensein.

Von Verboten und Keilereien

Angesichts des 25-Jahr-Jubiläums nutzte OK-Präsident Michael Kiefer die Gelegenheit, Rückschau zu halten und forderte die zahlreich anwesenden Ehemaligen und Aktiven auf, die 6. Auflage des Verbindungstages mit dem Kantus «Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun» zu eröffnen.

Dass die Studentenverbindungen nicht immer so friedlich miteinander feierten, belegen zahlreiche tradierte Ereignisse, die nicht immer in Wonne endeten. So verbot der Regierungsrat laut Kiefer genau vor 130 Jahren die damals existierenden Verbindungen «Zofingia», «Helvetia» und «Schweizerverein».

Den Ausschlag gaben Zerwürfnisse aus politischen Gründen und eine harmlos beginnende Schneeballschlacht zwischen der «Zofingia» und den konservativen Studenten, die zu einer wüsten Keilerei ausartete. Doch bereits ein Jahr später wurde die «Wengia» gegründet, von der sich 1895 die «Dornachia» abspaltete. 1907 folgte die Gründung der «Amicitia», 1908 jene der «Arion» und 1955 gesellte sich die «Palatia» dazu.

«Königsweg zum Jungbrunnen?»

War es angesichts dieser geschichtlichen Daten Zufall, dass sich der 41-jährige Genetiker und Evolutionsbiologe Thomas Flatt v/o Venom in seinem Referat mit der Evolutionsbiologie und der Alterung von Lebewesen beschäftigte? Wer aufmerksam zugehört hat, weiss nun, dass sämtliche Organismen dem Alterungsprozess unterliegen und dass die Fortpflanzung nicht das Leben verlängert, sondern verkürzt. «Frauen mit vielen Kindern haben allgemein ein kürzeres Leben», weiss Flatt dank seiner Forschungstätigkeit.

Die Alterung sei aber auch ein negativer Nebeneffekt schädlicher Genmutationen, die unvermeidbar in Erscheinung treten, wenn die Menschen dank technischen und medizinischen Fortschritten älter würden. «Gibt es einen Königsweg zum Jungbrunnen?», fragte Flatt und riet zu kleineren Essportionen.

Auch der Rotwein enthalte eine Substanz, die das Altern erträglicher mache. Doch die Einschränkung folgte umgehend: Damit diese wirkt, muss man täglich deutlich mehr als einen Liter trinken.»