Heini Bürkli, Rüttenen hat sich als Maler und Skulpteur und vielseitiger Künstler seit jeher mit verschiedenen Arbeitsweisen und -techniken befasst. Dabei hat er auch immer wieder in neuer Sicht bereits bearbeitete Themen aufgegriffen. Vergleichbar mit einem Adler, welcher derselben Sache Gewahr immer höher kreist und dabei seinen Horizont in der neuen Optik stets erweitert.

Sein Themenkreis umfasst Landschaft, Porträt sowie den organischen Bereich der Natur und bewegt sich auf der sinnlichen Wahrnehmung, im Figurativen. Die jeweils neue Optik bedeutet gleichsam die Herausforderung der Kreativität und Lust zur Neugestaltung. Architektur und Bereiche der Technik bleiben aussen vor.

Nur Struktur bleibt sichtbar

Auf diese Ausstellung hin hat Heini Bürkli zu seinem zentralen Thema Baum eine neue Reihe mit zwölf Bildern (Zweig, Papiermaché, Acryl) geschaffen, dazu vier zusätzlich auf Sperrholz. Der Zweig ist der eigentliche Anlass zum Malen. Durch die völlige Einkleidung bleibt hier nur die Struktur sichtbar, welche das Ganze dreidimensional erscheinen lässt. Die Bemalung in homogenen Grundfarben begleitet die Struktur in Farbstreifen.

Blau steigert die Wirkung der Dreidimensionalität, welche die Exponate als Wandplastiken erscheinen lässt. Die Fülle des ganzen Baumastwerks stellt Bürkli mit je einem braunen und blau akzentuierten Grossformat, Akryl auf Jute dar. Der Ausgangspunkt als Schlüssel zur Gesamtreihe dieses Themas liegt in Form einer älteren Studiensammlung in einem holzgefassten Triptychon flankiert von zwei Gemälden.

Im Zeichen des Neubeginns

Vera Bürkli, seine Tochter lebt heute im französischen Tarnace auf dem Plateau des Millevaches en Limousin. Ihr ganzes Leben stehe zurzeit im Zeichen des Neubeginns, Aufbaus und Wurzeln Schlagens. Neben ihrer Malerei sei sie vor allem zusammen mit ihrem Partner mit der Renovation ihres Hauses befasst, betont die temperamentvolle und tatkräftige Künstlerin. Wesentlich dabei sei, dass dieses nicht zuletzt auch Haare beziehungsweise Dachschieferplatten als Malgrund ihrer dementsprechend kleinformatigen Arbeiten lassen müsse.

Da beschränkt an der Zahl, muss für weitere Bildfolgen neuer Schiefer verwendet und auf die Atmosphäre der Witterungsspuren und Ziselierungen verzichtet werden. Auch alle andern Materialien stammten aus dem alten Dachstuhl. Ein selten kreatives Recycling.

Auch Gartenarbeit spielt mit in den Klangbildern des Generalthemas «Wurzelwerk» von Vera Bürkli. Auch sie verwendet die Acryl- und Mischtechnik mit Pigment. Dem Thema entsprechend zeichnen sich ihre Arbeiten durch ausserordentliche Feingliedrigkeit, Strukturdichte und kleinem Farbspektrum aus. Zu den vier Miniaturwandplastiken in Acryl auf Papier bilden zwei freihängende Arbeiten in Acryl auf Leinwand den grösst möglichen Formatkontrast. Mit der Idee, Wurzelwerk in heissen Wachs zu tauchen, hat Vera Bürkli einen verblüffenden Effekt erreicht und damit die zwei reizvollsten Arbeiten geschaffen.

Öffnungszeiten: Sa, 11 bis 16 Uhr, Do/Fr, 14.30 bis 18.30 Uhr. Bis 25. Februar