Solothurn

Urban Jungle statt Aareufer: Die Luccarellis geben die «aarebar» ab

v.l.n.r. Michele Luccarelli, Claudio & Maria Luccarelli, Romina Lukas-Luccarelli

Familie Luccarelli gibt die «aarebar» in Solothurn ab und konzentriert sich auf das Lokal Zone 11.

v.l.n.r. Michele Luccarelli, Claudio & Maria Luccarelli, Romina Lukas-Luccarelli

Die Gastrofamilie Luccarelli gibt die Leitung der «aarebar» am Landhausquai per Ende August ab. Lucchi's Pizzen werden aber weiterhin zu geniessen sein.

Schon eine Weile wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass es am Landhausquai einen Wechsel gibt, jetzt ist es offiziell: Die Pizzeria aarebar wird ab dem 31. August nicht mehr von der Familie Luccarelli geführt. In ihrer Medienmitteilung geben die Luccarellis aber sofort Entwarnung: «Lucchi’s Pizzafans müssen nicht traurig sein, denn seine legendären Pizzas wird er in der Zone 11 weiterhin anbieten.»

Und auch die «il BAR Soletta» am Landhausquai wird weiterhin von Michele Luccarelli geführt. Nach acht Jahren an der Aare und schon 20 Jahren in der Solothurner Gastroszene will die Gastgeberfamilie nun kürzertreten.

Claudio und Maria freuen sich auf mehr Familienzeit

Claudio und Maria freuen sich auf mehr Familienzeit

Der Fokus auf das neue Restaurant gelegt

«Meine Eltern hatten während des Lockdowns viel Zeit mit der Familie und mit ihrem ersten Enkelkind verbracht», erklärt Romina Lukas-Lucarelli. Sie haben dann realisiert, dass sie gelassener in die Zukunft schauen und ihre letzten zehn Berufsjahre eine Spur ruhiger angehen wollen. So haben sie den Mietvertrag bei der Besitzerin, Solo Gastro AG, regulär gekündigt – nicht ohne Wehmut. Denn die Schliessung der aarebar heisst auch, dass weniger Personal benötigt wird. «Es tut uns im Herzen weh, dass wir nicht alle weiterbeschäftigen können. Wir unterstützen sie mit unseren Kontakten gerne bei der Suche nach einem neuen Job», schreibt Claudio Luccarelli.

Jetzt hofft Claudio «Lucchi» Luccarelli, dass mehr Ruhe in sein Leben einkehrt: «Wir freuen uns sehr, wieder mehr Zeit für unsere Gäste zu haben, vielleicht sogar ab und zu ein Glas mit ihnen zu heben.» Es seien schöne zehn Jahre in der aarebar gewesen, doch jetzt sei es Zeit für etwas mehr «la vita è bella» in seinem Privatleben. Und mit deutlichen Worten will er die brodelnde Gerüchteküche abstellen: «Nein, es ist nicht wegen Corona – nein, wir haben uns mit niemandem zerstritten und nein, meine Frau und lassen uns nicht scheiden.»

Jetzt wollen sie ihre Energie auf ihr «jüngstes» Lokal an der Werkhofstrasse konzentrieren. Anfangs 2019 haben sie dort die Zone 11 eröffnet. «Dieses Lokal war schon immer als drittes Standbein gedacht», erklärt die Tochter. Jetzt wird das urban anmutende Restaurant ihr Hauptstandbein.
Die Familie ist bekannt für ihre Kreativität und Gespür für das Neue. Sie waren in den 1990er-Jahren einer der Ersten, die in Solothurn einen Pizza-Hauslieferdienst angeboten haben.

Lucchi's Pizzafans können seine Kreationen weiterhin in der Zone 11 geniessen.

Lucchi's Pizzafans können seine Kreationen weiterhin in der Zone 11 geniessen.

Während der Corona-Zeit haben sie wieder vermehrt Take-Away Speisen angeboten. «Eigentlich geht ‹La Famiglia› so wieder back to the roots», kann man in der Medienmitteilung lesen, denn sie bleiben kreativ: Ob etwas schnelles über Mittag zum Mittnehmen oder à la carte Küche am Abend, die Familie will vielseitig bleiben. «Wir nehmen natürlich auch die Speiseklassiker aus der aarebar mit», erklärt die Tochter. So kann man in Zukunft ihr Vegi–Plättli oder die Pastagerichte auch am Standort fernab der Aare essen.

Neues Konzept für die aarebar kommt noch

Was mit der aarebar passiert, ist noch nicht ausgereift. «Mit Claudio war das eine super Konstellation», erklärt Michel von Burg, Geschäftsführer der Solo-Gastro AG. Es sei jetzt schon schnell gegangen mit der Kündigung, doch verstehe er diesen Schritt. Jetzt wollen sie nicht überstürzt ein neues Konzept erarbeiten. Erst in den nächsten Monaten entscheiden sie definitiv, wie es weiter geht. Geschlossen bleibt die aarebar aber nicht: «Mitte September werden wir nach einer groben Renovation dann mit einer Art Pop-Up wieder aufmachen», erklärt von Burg. Was das genau heisst, will er noch nicht verraten, doch er freue sich auf das, was im Spätersommer kommt.

Autorin

Judith Frei

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