Nicht weniger als 70 Prozent aller Schweizer Haushalte werden aktuell mit Diensten von UPC versorgt: Fernsehen, Internet und Festnetz- wie Mobiltelefonie. Dass auch jetzt noch Luft nach oben besteht, will der Telekommunikationsdienstleister unter anderem mit seinem nächsten strategischen Schachzug unter Beweis stellen. UPC erobert ab 5. März auch die nähere Region Solothurn und verschafft rund 10'000 Haushalten in der Stadt Solothurn, sowie in Langendorf, Biberist und St. Niklaus-Feldbrunnen potenziell Zugang zu ihren Diensten.

Mit ihrer Expansion ins Solothurner Gefilde reagiert UPC auf «mittelmässige Wachstumsaussichten im Kerngeschäft», sowie auf einen «schnellen Wandel der Wettbewerbslandschaft und gestiegenen Kundenanforderungen», wie sie in einer Medienmitteilung kommuniziert. Dabei erweitere UPC in der Schweiz ihre Präsenz nicht nur durch den steten Netzausbau, sondern auch durch die Nutzung von lokalen, bestehenden Netzinfrastrukturen.

Diese Strategie wird auch in Solothurn gefahren: So mietet sich UPC im lokalen Glasfasernetz der Swisscom ein, bleibt aber Anbieterin ihrer Produkte und Ansprechpartnerin in Sachen Service und Unterhalt, wie auch Franz J. Menayo, Head of Community Relation von UPC, informiert.

Sport als Plus-Faktor

Punkten will UPC in der Region vor allem mit einem Internetzugang von aktuell bis zu 500 MBit pro Sekunde, was die vielseitigen Ansprüche eines Haushalts in Sachen Internetsurfen, digitalem Fernsehen – live, im Replay und auf Abruf –, sowie der Festnetz- und Mobiltelefonie abdecken soll. Insbesondere will UPC mit ihrem eigenen Sport-TV-Angebot in die Offensive gehen. Der Sender «MySports» wurde im vergangenen September aus der Taufe gehoben, und soll auch hier durch ausgewählte Spielübertragungen im Bereich Fussball, Eishockey, ferner Handball, Basketball oder Formel-E locken.

Eine umfassende Abdeckung mit WLAN-Hotspots sei zurzeit nicht geplant, ist seitens UPC zu vernehmen. Eine geografische Ausdehnung im Raum Solothurn werde strategisch überprüft, wie Menayo auf Anfrage ergänzt. Die gelte gerade bei neuen Grossüberbauungen oder weitgreifenden Quartierentwicklungen. Ebenso mittelfristig zu prüfen wäre, ob UPC in Form eines physischen Standorts in der Region Fuss fasst.

Die Firma ist in zwölf Ländern in Europa aktiv, unterhält in der Schweiz in 800 Gemeinden eigene Netze, arbeitet in 120 Gemeinden mit Partnernetzen zusammen, beteiligt sich ferner gerade in der Westschweiz an bestehenden Netzen und mietet sich in einzelnen Regionen – Lausanne, Wallisellen, Dübendorf, Küsnacht ZH und eben Solothurn – in bestehende Glasfasernetze ein. Auf diese Weise konnten 2017 bereits 100 000 Haushalte neu erschlossen werden, 2018 sollen es ebensoviele werden.

Was sagt die Konkurrenz?

Doch wie reagiert die Gemeinschaftsantenne Weissenstein (GAW), die 31 Gemeinden von Balm bis Utzenstorf und Bellach bis Subingen abdeckt, auf die neue Konkurrenz? «UPC ist ein zusätzlicher Mitbewerber in einem gesättigten Marktumfeld», findet GAW-Geschäftsleiter Marcel Eheim und verweist gleichzeitig auf die eigenen Vorzüge: «Wir verlassen uns auf unsere Stärken wie Nähe zum Kunden, Regionalität, ein topp Preis-Leistungs-Verhältnis und schnellen Service.»

Die Marktabdeckung seitens GAW ist laut Eheims Aussagen hoch: «Etwa 80 Prozent der Kunden sehen via GAW fern und etwa die Hälfte davon surfen auch über ihr Netz. Weiter bietet GAW im öffentlichen Raum der Stadt Solothurn eine Abdeckung durch WLAN-Hotspots an.