Solothurner Fasnacht
Unterwasser, Waschküche und «Hüttengaudi»: Zu Besuch in Honolulus Raststätten

Altbewährte und neue Player schaffen ein närrisches Gastro- und Unterhaltungs-Plus in der Solothurner Altstadt. Dafür waren wieder emsige Fasnächtler am Werk.

Andreas Kaufmann
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Honolulu-Bar Ganz im Skihütten-Look
21 Bilder
Honolulu-Bar Ganz im Skihütten-Look
Honolulu-Bar Nein, hier handelt es sich nicht um den traditionellen "Füdlistein"
Honolulu-Bar Silvan Studer
Honolulu-Bar Und der dazugehörige Chillout-Keller
Wöschwyber Barbara Suter und Heidi Egli sind in den Startlöchern
Wöschwyber Hier wird Wäsche getrocknet
Wöschwyber "Barterre" im fasnächtlichen Look
Narrenparadies Bohnebluescht Eine Unterwasserwelt zum Geniessen
Narrenparadies Bohnebluescht Eine Unterwasserwelt zum Geniessen
Narrenparadies Bohnebluescht Eine Unterwasserwelt zum Geniessen
Narrenparadies Bohnebluescht Eine Unterwasserwelt zum Geniessen
Narrenparadies Bohnebluescht Auch die ehemalige Rutschbahn wurde integriert
Narrenparadies Bohnebluescht Mehrere Boote zieren das Lokal
Narrenparadies Bohnebluescht Eine Unterwasserwelt zum Geniessen
Wo die Solothurner Narren einkehren
Narrenparadies Bohnebluescht Eine Unterwasserwelt zum Geniessen
Narrenparadies Bohnebluescht Eine Unterwasserwelt zum Geniessen
Mamfi-Keller Gemüse als Motto
Mamfi-Keller
Gwöub-Chäuer Im Keller der Suteria hält der wilde Westen Einzug

Honolulu-Bar Ganz im Skihütten-Look

Andreas Kaufmann

Selbst bei grösstem Durchhaltewillen braucht auch der hartgesottenste «Homo Honolulensis» in den kommenden Tagen seine Rasthalte, seinen Flüssigkeits- und Energienachschub und seine Aufwärmstationen. Diesen Bedürfnissen entsprechend werden jeweils Wochen, wenn nicht Monate vor dem Schmutzigen Donnerstag emsige Narren aktiv – planen, kreieren, pinseln und hämmern, um all die Scharen an Fasnächtlern aufzunehmen. Einige der Hotspots haben wir besucht.

Auf Tauchkurs bei «Bohnebluescht»

Zum Beispiel jenen an der Hauptgasse: Mit der Eingangsschrift «Hai zäme!» ist über das Sujet des Narrenparadieses Bohnenblust das Meiste schon gesagt. Darüber hinaus taucht man einfach in die bunte Unterwasserwelt ein, die der Verein «P.Rost» im ehemaligen Spielwarengeschäft aufgebaut hat.

Seit Jahren stellt das nun sechsköpfige Kernteam seinen Radar auf Ladenleerstände und verwandelte diesmal das ehemalige Spielwarengeschäft in ein Pop-Up-Lokal. «1,3 Kilometer lang ist die Umzugsroute», rechnet Daniel Wagmann vom Kernteam vor, «und in ebenjener Länge haben wir hier Holzlatten verarbeitet.»

700 Mannstunden wurden hier seit dem 1. Februar geleistet – als Reverenz an den ehemaligen Fasnachtsdienstleister Bohnenblust. Und so lautet die Devise hier: «Bohneblueschts lö mir goh – ungerwasser öppe so!» Ein regelrechter Schiffsfriedhof lädt zum Verweilen ein, mit Piratenschiff «Esu», Ruderböötli, U-Boot «U11» und dem für Guggenauftritte bestens geeigneten Katamaran «Honolulu». Ruhenischen bietet das «Mare Polaare» oder die tropische Ecke, währenddem die Rutschbahn ins Untergeschoss als Action-Element ebenfalls in die Szenerie eingebaut wurde. Und neben dem Getränkeangebot warten Wienerli, Ghackets mit Hörnli und Foodplättli auf die hungrigen Honolulesen.

Dort, wo die Wäsche trocknet

Zu einem «Regierungsumsturz» ist es in der St. Urbangasse gekommen. Dort haben die neu formierten «Wöschwyber» dem Pächter Jörg Baumgartner die «Barterre»-Schlüssel abgeluchst und das Restaurant in einer Ganztagesmission zur Waschküche umfunktioniert. Dahinter steht das Quartett Barbara Suter, Heidi Egli, Elly Jongton-Stamm und Silvia Herrmann.

«Entstanden sind wir aus einer Fusion der Chlämmerli-Frauen und der Vorstadt Wyber», sagt Egli. So seien die Frauen vom «Chlämmerli-Egge» heimatlos geworden, nachdem ihr Lokal beim Söitööri – welch’ Ironie! – von der Garage zur Waschküche umgebaut worden sei.

Und unter Initiative von Heidi Egli und Marlise Studer hatten die an der letztjährigen Fasnacht einmalig aktiven «Vorstadt Wyber» das ehemalige «Biondo» als Fasnachtsstätte zwischengenutzt und nun also den Spass am närrischen Wirten entdeckt. «Für uns alle ist dieses Projekt etwas Neues», sagt Barbara Suter.

Die altgedienten Närrinnen sind sich bewusst, dass neben dem Ambiente und den «Wienerli und Schwiinswürschtli» auch das Menschliche zählt: Und da man die vier in der honolulesischen Gemeinde sehr gut kennt, wird manch einer auch für einen Austausch von frechen Sprüchen bei den «Wöschwybern» reinschauen, ist Egli überzeugt.

Ausbau bei der Narrenzunft Honolulu

«Hüttengaudi» ist an der Hauptgasse angesagt, genauer in der Honolulu-Bar, die neben der Jesuitenkirche seit rund 15 Jahren ihr närrisches Dasein fristet. Das mit knorrigen Latten ausgekleidete Fasnachtslokal der Narrenzunft Honolulu strotzt vor Après-Ski-Atmosphäre und Chalet-Feeling. «Seit November sind wir zu dritt dran», sagt Silvan Studer und zählt etwa 200 Mannstunden zusammen.

«Und da der Aufwand etwas grösser war, werden wir die Kulisse auch für rund drei weitere Jahre so belassen», ergänzt Studer. Erstmals hinzugemietet hat die Narrenzunft heuer den Keller. Dort soll es – mit Sitzgelegenheiten noch etwas gemütlicher zu und her gehen. «Schön ist», ergänzt Studer schmunzelnd, «dass unsere Vermieterin, die Kirchgemeinde, auch etwas für Après Ski übrig hat.»

Der Gwöub-Chäuer als wilder Westen

Schräg vis-à-vis im Suteria-Keller stösst man auf die nächste Raststätte auf der Narrenautobahn. Dort haben sich zum zweiten Mal die Macher des «Gwöub-Chäuers» eingenistet, die auch für die oberirdische «Shotmaschine.ch» bekannt sind. Stephan Rohn und Markus Kämpfer haben den Keller kurzerhand zum Fasnachtslokal umfunktioniert.

Inspiriert vom Winistörfer Lokal estri.ch wurde der Keller dezent als Wild-West-Bar dekoriert. Für ihr «Gwöub» und ihre Guggenbühne auf dem Kronenplatz hat das Duo rund 20 Stunden aufgewendet.

Bei den Mamfis ist Gemüse Trumpf

Im Motto «Gemü(h)sam» stecken gleich mehrere Assoziationen, die sich die «Mamfis» für ihr Clublokal ausgedacht haben. «Wir haben uns für die Devise ‹Us der Region, für d’Region› entschieden», verdeutlicht Alain Racine. So zieren (regionale) Rüebli und Auberginen den schmucken Keller an der Hauptgasse 75, der an sechs Samstagen von vier Mann dekoriert wurde.

Öffnungszeiten: «Bohnebluescht»: Do-Sa, ab 18 Uhr; So/Di, ab 16 Uhr. «Wösch-Wyber»: Sa, ab 19 Uhr; So/Di, ab 16 Uhr. «Mamfi»: Sa, 20 Uhr, So/Di, ab 16 Uhr. Honolulu-Bar: Do, ab 20 Uhr; Sa, ab 21 Uhr; So/Di, ab 19 Uhr. «Gwöub-Chäuer:» Fr/Sa, ab 20 Uhr; So, je nach Wetter schon ab 15 Uhr.

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