«Unisono» nennt sich eine neue Gruppe, die sich zum Thema Öffnungszeiten formiert hat. Sie «will der Stadt Solothurn helfen, ein breit abgestütztes Nachtleben zu realisieren» – unter diesem Titel ging letzte Woche ein Schreiben an die Stadtbehörden, genauer an Urs F. Meyer, Leiter Rechts- und Personaldienst, sowie an Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt. Die Hauptforderung: diesen Sommer an den Wochenenden die Lokalitäten bis 2 Uhr öffnen zu können.

«Das Ganze ist nach dem runden Tisch vom 15. Oktober zum neuen Gastro-Zonenreglement entstanden», erklärt Markus Moerler als einer der Beteiligten an der «Unisono»-Offensive. An der mit rund 300 Personen sehr gut besuchten Veranstaltung hatten sich damals sämtliche Interessengruppen eingefunden. So die kritische Anwohnerschaft, formiert in der IG L(i)ebenswertes Solothurn, dann Liegenschaftenbesitzer wie Victor Bregger oder Stephan Marti, der als Betreiber der Barock Café Bar quasi zwei Gruppierungen vertritt, und nicht zuletzt auch Vertreter der Gruppe «Eine Barockstadt will jung bleiben», die sich schon damals in der «Causa Kofmehl» für liberale Öffnungszeiten engagiert hatten. Sie alle stehen hinter dem Schreiben, das Ende Januar an die Stadtkanzlei ging.

Was «Unisono» will

«Wir möchten, dass die Stadtbehörden uns ein Feedback geben. Und dass eine Arbeitsgruppe eingesetzt wird, mit einem professionellen Moderator, um unser Anliegen voranzutreiben», hofft wiederum Markus Moerler. «Unisono» gibt sich überzeugt, dass eine Pilot-Phase das geeignete Instrument sei, um einen neuen Modus für das Solothurner Nachtleben zu testen. «Uns schwebt ein Start am 1. April vor, die Testphase soll bis zum Saisonende im September dauern», meint Moerler. Anschliessend wolle man die gemachten Erfahrungen optimieren, wie dies übrigens auch der Basler Landschaftsarchitekt Daniel Baur im Rahmen des Runden Tisches angeregt hatte.

Kernstück wäre die Erweiterung der Gastro-Öffnungszeiten bis 2 Uhr draussen und drinnen bei einer Wahrung des Status quo für jene Betriebe, die bereits längere Öffnungszeiten haben. Auch die teilweise Wiedereinführung von Freinächten soll möglich werden, und zwar ohne ausführlichen «Papierkrieg» in der Testphase – «dies wäre erst bei einer definitiven Einführung nötig», wird im Schreiben an die Stadt weiter festgehalten.

Was «Unisono» anbietet

Um das Ziel eines «durchgehend geregelten und sozial verträglichen Betriebs auf Stadtboden» zu erreichen, schlägt die Gruppierung Unisono drei grundsätzliche Massnahmen vor: Die Betriebe verpflichten zu einer Reihe von Regeln, welche die Anwohnerschaft vor Nachtruhestörung, Littering und Vandalismus schützen sollen. Zusätzlich patrouillierende Street-Coaches und ein Sorgentelefon könnten dafür sorgen, dass sich die Nachtschwärmer ruhig verhalten. Und flankierend sollen Flyer und Plakate das Publikum im Ausgang sensibilisieren, die Nachtruhe der Anwohnerschaft auch zu respektieren. Die Idee der Street-Coaches war ebenfalls Mitte Oktober an der Informationsveranstaltung im Landhaus eingebracht worden.

Zusammengefasst erklärt Moerler, man wolle vermittelnd wirken. Doch wichtig ist für ihn: «Wir wollen eine Lösung, und zwar schnell und für Solothurn verträglich. Die Lösung darf auch mutig sein.» Deshalb wünsche die Gruppierung Unisono, von der Stadt ernst genommen zu werden und als Teil einer offiziellen Arbeitsgruppe eingeladen zu werden. «Der nächste Schritt wäre wieder ein runder Tisch.»