Solothurn
Unbewilligte Demonstration - «Wir sind frei genug, unsere Meinung kundzutun»

Unter dem Slogan «Bunt statt Braun - Solothurn bleibt nazifrei» soll die Stadt am Donnerstagabend gegen den Aufmarsch der Rechtsradikalen ein Zeichen setzen. «Solothurn ist eine offene Stadt und das soll auch so bleiben», finden die Organisatoren.

Lea Durrer
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«Unsere Stadt ist bunt, tolerant und offen», schreiben die Organisatoren der Gegen-Demonstration. Das Bild mit den bunten Puzzleteilen ist das Titelbild der Facebook-Seite.

«Unsere Stadt ist bunt, tolerant und offen», schreiben die Organisatoren der Gegen-Demonstration. Das Bild mit den bunten Puzzleteilen ist das Titelbild der Facebook-Seite.

zvg

Hinter der Aktion steckt das Kollektiv «Bunt statt Braun», ein «spontaner Zusammenschluss besorgter, junger Menschen», wie es auf Nachfrage heisst.

Die Mitglieder seien mit Solothurn verbunden und würden hier leben, schreibt das Kollektiv. «Wir finden aber auch, dass Rechtsextremismus nirgendwo etwas verloren hat.»

Deshalb ruft «Bunt statt Braun» die Solothurnerinnen und Solothurner über ihre am Dienstag Abend erstellte Facebook-Seite «Bunt statt Braun - Solothurn bleibt nazifrei» dazu auf, ein Zeichen zu setzen. «Wir erwarten und hoffen, dass sich die Solothurner Bevölkerung beteiligt und hinsteht, um zu zeigen, dass wir Intoleranz nicht dulden.»

Nicht bewilligt

Die Stadtpolizei hat Kenntnis von der Gegendemonstration - und bereitet sich vor. Man habe über Facebook von der Veranstaltung Wind bekommen, sagt Walter Lüdi, stv. Polizeikommandant und Dienstchef Sicherheit und Verkehr.

Bewilligt ist die Demonstration jedoch nicht. «Es ist kein Gesuch bei uns eingegangen», so Lüdi.

Das Kollektiv hatte nie die Absicht, eine Bewilligung einzuholen. Man würde es nicht als notwendig erachten, eine solche einzuholen, heisst es vonseiten der Organisatoren. «Wir finden, dass wir frei genug sind, unsere Meinung kundzutun». Es soll selbstverständlich sein, «dass sich Menschen nach einem solchen Vorfall auf die Strasse stellen und zeigen, dass Intoleranz hier nichts zu suchen hat. Auf die Aussage der Demonstration hat eine Bewilligung keinen Einfluss.»

Organisator «Kurt Fluri»?

Zuerst war nicht klar, wer für die Organisation verantwortlich ist. Angekündigt wurde der Redaktion die Gegendemonstration von Donnerstag, 20 Uhr, per e-Mail. Ein sogenannter «Kurt Fluri» hatte sich gemeldet, jedoch ohne offizielle Signatur und lediglich mit «Liebe Grüsse» gekennzeichnet.

Auf Anfrage bei der Gemeinde wusste man von keiner Mitteilung. Der Stadtpräsident weile derzeit in den Ferien.

Die Kundgebung startet am Donnerstag, 20 Uhr, beim BBZ Solothurn.