Solothurn

Umgebung wird neugestaltet, damit man die Kirche wieder sieht

Der Park rund um die gut 60-jährige St.-Marien-Kirche in der Weststadt wird ausgelichtet und neu gestaltet.

Die Weststadtkirche St. Marien ist in die Jahre gekommen. Bevor im ersten Halbjahr 2017 an und in der Kirche selbst Renovations- und Sanierungsarbeiten erfolgen, wird die Umgebung umgestaltet. Kirchgemeindepräsident Karl Heeb: «Wir haben diese mit der Denkmalpflege angeschaut und zusammen versucht zu eruieren, was die ursprüngliche Absicht beim Bau in den Fünfzigerjahren gewesen ist. Wir möchten diese damalige Planung wieder so realisieren. Ganz nach dem damaligen Architekten Roland Schütz, dessen Devise war: Park und Kirchenbau müssen eins sein.»

Und für Kirchgemeindeverwalter Roland Rey stehen zwei Punkte bei den jetzigen Massnahmen im Vordergrund: «Wir wollen wieder freie Sicht auf die Kirche. Und weiter müssen wir auch Platz schaffen, damit wir für die Aussenarbeiten überhaupt um die Kirche herum Gerüste erstellen können.»

Ein bisschen Dornröschen

Tatsächlich zeigt die Begegnung vor Ort: Der Sakralbau mitsamt Glockentrum, Sakristei und Pfarrhaus ist regelrecht «eingewachsen». Viele Bäume sind mächtig geworden und stehen viel zu nahe an den Bauten – so beispielsweise der stachelige Christusdorn, der unmittelbar südlich des Turms gefällt werden muss. Einzelne Bäume wie die Eiche im Winkel zwischen Sakristei und der Kirche oder eine der Buchen nebenan können zwar bleiben, werden aber zurückgestutzt. Auch die Maulbeerbäume hinter dem Pfarrhaus bleiben stehen, «denn sie sind geschützt», weiss Roland Rey.

Ein tristes Bild bietet die ehemalige Akazienallee auf dem grünen Vorgelände im Osten des Kirchenareals. Einige Akazien mussten ohnehin schon entfernt werden, sodass bereits etliche Lücken entstanden sind, «und die anderen sind innen faul», stützen sich die Verantwortlichen der Kirchgemeinde auf beigezogene Fachleute. Ein Baumschulist hatte vor Jahren die Akazien «geköpft», sodass sie innen zu faulen begannen.

Aber auch die vor dem Kircheneingang zu mächtig und dominant gewordene Fichte wird gefällt, genauso wie vier weitere Artgenossen. Eine Stechpalme, eine Hagebuche, eine Zierkirsche, eine Weigelie sowie ein Schneeball müssen weichen, weil sie zu nahe an der Taufkapelle wachsen, ein weiterer Schneeball aus gleichem Grund nahe bei der Kirche.

Es gibt auch wieder neue Bäume

Nebst den Bäumen, die stehen bleiben können, werden auch Ersatzpflanzungen vorgenommen. Sogar Schattenspender-Plätze sind im neuen Konzept vorgesehen, dafür ausgewählt werden Birken. Südlich der Kirche wird eine bisherige Zierkirsche durch einen Feldahorn ersetzt, eine weitere durch einen Holunder. Ebenfalls Feldahorn, aber in der Buschform kommt für die zu fällenden fünf Fichten zum Zug. In der nordwestlichen Parkanlage hinter dem Pfarreiheim soll eine Sommerlinde die dortige Kastanie, die in schlechtem Zustand ist, ersetzen.

Zentral bei der Umgestaltung ist jedoch der Ersatz der Akazien, die auch unter dem Begriff Robinien bekannt sind. Die bisherige «Allee» erhält diesen Charakter wieder durch beidseitig je vier neu angepflanzte Elsbeeren. Diese gilt als die grösste aller einheimischen Rosenarten und wurde 2011 sogar zum Baum des Jahres erkoren.

Die «schöne Else», wie sie auch genannt wird, weist viele Vorteile nicht nur für die Tierwelt auf: Ihr Laub verrottet rasch und das weitausladende Wurzelwerk lockert den Boden und festigt das Terrain für benachbarte Baumarten. Elsbeerblüten ziehen viele Insekten an und gelten als bedeutende Bienenweide. Zudem bieten ihre Beeren im Herbst vielen hierzulande überwinternden Vogelarten willkommene Nahrung.

Die Neuanpflanzung der Elsbeeren erfolgt noch im November, «sie wachsen dann besser an», so Karl Heeb. Die Kirche soll samt Parkanlage bei ihrer Wiedereröffnung Mitte August 2017 in «gutem Zustand» präsentieren.

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