Dass Solothurn auf eine mehrere hundert Jahre alte Theatertradition zurückblickt, die nicht einfach über Bord geworfen werden darf, ist auch für das Architekturforum klar, das sich hinter die Sanierung stellt. Ein paar kritische Stimmen waren von den Gesprächsteilnehmern trotzdem zu hören. So wurde die Frage aufgeworfen, ob es sinnvoll ist, die sich zurzeit im Erdgeschoss befindliche Garderobe ins Zwischengeschoss zu verlegen und ob das erste Obergeschoss der richtige Ort für die WC-Anlagen sei.

Eine leichte Enttäuschung machte sich auch breit, dass das Café im Erdgeschoss des Hauses Krieg, das, wie in der Abstimmungsbotschaft zu lesen ist, innerhalb der Seminarmeile für das Theater werben soll, wie bis anhin nur in den Theaterpausen geöffnet sein wird.

Die Chefin des Stadtbauamtes hielt einerseits fest, dass in Zukunft das ganze Haus mit einem Lift erschlossen sein werde und anderseits nach der Urnenabstimmung noch genug Zeit verbleibe, um das Projekt vertieft anzuschauen und gegebenenfalls noch Änderungen vorzunehmen. Im Zeitplan berücksichtigt seien auch Grabungsarbeiten der Kantonsarchäologie. «Wir rechnen damit, dass mittelalterliche Mauern zum Vorschein kommen», meinte Lenggenhager.

Schon früher wars eng im Haus

Zur Auflockerung des Abends erzählte der ehemalige Präsident der Theaterkommission und frühere Theatersekretär über das Leben am Theater in den Sechziger- und Siebzigerjahren. «Es war schon damals sehr eng im Haus, und die Mittel fehlten, um wichtige Investitionen zu tätigen», gab Helmuth Zipperlen zu bedenken. «Einmal hat sogar die Liebhabertheater-Gesellschaft die Kosten für einen Vorhang übernommen.» Trotzdem hätte es jede Woche eine Premiere gegeben, und am Sonntag sei am Nachmittag und am Abend gespielt worden. Zudem hätten viele später berühmt gewordene Schauspieler und Künstler ihre Karriere am Stadttheater Solothurn begonnen.