Solothurn
Umbau der Credit Suisse beendet – 11 Monate hats gedauert, 9 Millionen gekostet

Nach einem 9-Millionen-Umbau wird das Gebäude der Credit Suisse an der Wengistrasse am Montag neu eröffnet.

Wolfgang Wagmann
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Neueröffnung der Credit Suisse an der Wengistrasse
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Noch gleicht der künftig einzige Haupteingang einer Baustelle.
Kunst an den Wänden in einem der neun Besprechungszimmer.
Eine der Besprechungsboxen in der Schalterhalle.
Die neuen Büroräumlichkeiten in den Obergeschossen.
Die Deckenmalereien des Salvisberg-Baus kommen wieder zur Geltung.

Neueröffnung der Credit Suisse an der Wengistrasse

Hanspeter Bärtschi

Hell ist sie geworden, die Schalterhalle. Einladend die drei Beratungs-Desks, an der Decke setzen die historischen Deckenmalereien einen farbigen Gegenakzent zum vielen Weiss. «Hier wurde der Zwischenboden entfernt», erklärt Rolf Hofstetter das «Sichtbarwerden» der Malereien. Sie gehören zum geschützten Baudenkmal von Architekt Otto Rudolf Salvisberg, der 1927 an der Wengistrasse 2 die ehemalige Volksbank errichtet hatte.

Nun freut sich Hofstetter als Leiter Firmenkunden im Marktgebiet Solothurn-Oberaargau der Credit Suisse auch für seine 67 Mitarbeitenden und die acht Lernenden, dass sie von den Ersatzbüros an der Lagerhausstrasse wieder zurück ins Stammhaus zügeln können.

Auch für die Kundschaft war das Barackenprovisorium neben dem Bankgebäude eng, jetzt wird sie wieder durch den noch einzigen Haupteingang auf der Südseite in die grosszügig konzipierte Schalterhalle gelangen. «Elf Monate wurde umgebaut, seit 1986 war das in grösserem Stil nicht mehr der Fall gewesen»; weiss Hofstetter.

Drei Info-Zonen zwei Beratungsboxen und neu noch zwei Schalter stehen der Kundschaft zur Verfügung. Damit trage man den rückläufigen Schalter-Frequenzen Rechnung. «Auch haben wir neu geschlossene statt wie früher offene Schalter mit einem Rohrpost-System.» Dieses sei vor allem auch sehr personalintensiv gewesen. «Zwei bis drei Leute brauchte es dafür.»

Geld für Sehbehinderte

Bei der Umbausumme von 9 Mio. Franken wurde nicht nur für gehbehinderte Besucher einiges investiert. Im 24-Stunden-Bereich steht ein Bankomat mit Ein- und Auszahlungsmöglichkeit zur Verfügung, an der Aussenfassade gibts weitere zwei Automaten. «Alle haben einen Audio-Anschluss, damit auch Menschen mit einer Sehbehinderung Geld abheben können», so Rolf Hofstetter. Ausserdem ergänzt das Angebot einen Automaten, der die Einzahlung von grösseren Notenbeträgen erlaubt.

Ein besonderes Bijou neben den Büros in den beiden Obergeschossen enthält das erste Stockwerk: Neun komfortable Besprechungszimmer stehen der Kundschaft zur Verfügung – jedes mit eigenem Namen versehen und aufgewertet mit Kunstwerken auch von regionalen Grössen wie beispielsweise Roman Candio.

Die meisten Bilder stammen aus der Sammlung der Credit Suisse, «einige haben wir dazugekauft, so auch aus dem Bestand des Kunstmuseums Solothurn.» Besonders stolz aber ist Rolf Hofstetter noch auf einen anderen Aspekt des Umbaus: «Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass fast alle Arbeitsgattungen hier in der Region vergeben werden konnten.»

Abgeschlossen werden übrigens die Umbauarbeiten mit der Entfernung des Barackenprovisoriums und der Gestaltung des Vorplatzes, wo die bisherigen Parkplätze beibehalten werden (können). «Doch wahrscheinlich wird es für die Zufahrt künftig eine Barrieren-Lösung geben», so Hofstetter.

Ein Team mit Kompetenzen

Das Marktgebiet Solothurn-Oberaargau der Credit Suisse umfasst neben dem Hauptstandort an der Wengistrasse 2 auch noch die Standorte Grenchen und Langenthal. Dessen 57-jähriger Leiter setzt auf ein bewährtes Team, «wir arbeiten schon über 20 Jahre zusammen», bewertet er die Kundennähe vor Ort als Erfolgsrezept. «Wir sehen hier weiterhin ein grosses Potenzial, um unsere bestehenden Kundenbeziehungen zu stärken und unsere Geschäftstätigkeit aufzubauen.»

Für Rolf Hofstetter steht fest, dass weiterhin «sämtliche Dienstleistungen aus einer Hand» unter Einsatz modernster Technologien den bisherigen Erfolg der Bank auf dem Platz Solothurn ermöglichen werden – sei es für Privat- oder Firmenkunden. Massgeschneiderte Lösungen für vermögende Kunden, Expertisen zu komplexen Anliegen wie beispielsweise einer Nachfolgeplanung gehören ebenfalls zur Aufgabenstellung der Credit Suisse in Solothurn.

«Immerhin haben wir 2000 Firmenkunden und 10 000 Privatkunden, und unsere Bilanzsumme ist doppelt so gross wie jene der Regiobank Solothurn», umreisst Rolf Hofstetter die regionale Position der Schweizer Grossbank, ohne weitere Zahlen zu nennen.

Nebst dem «guten Teamgeist» und der Kundennähe erwähnt der Marktgebiets-Leiter aber noch ein weiteres Erfolgskriterium: «Man hört auf uns» – und Solothurn verfüge auch wieder über grössere Kompetenzen: «Neu dürfen wir wieder Hypotheken vor Ort vergeben», sieht Rolf Hofstetter mehr Bewegungsfreiheit für die Entscheidungsträger vor Ort.

Öffnungszeiten wie bisher von Montag bis Freitag von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr. Tag der offenen Tür am Samstag, 7. Mai, von 10 bis 15 Uhr mit Besichtigung der Bank-Räumlichkeiten, Verpflegung und Wettbewerb.