Solothurn
Um tragbare Lösungen zu finden: SP fordert Einblick in die Akte vom CIS-Sportzentrum

Die unbefriedigende Sportinfrastruktur in der Stadt lässt der SP keine Ruhe. In einer einstimmig genehmigten Resolution fordert sie die zuständigen Behörden einmal mehr auf, sich eingehend mit dem Thema zu befassen und tragbare Lösungen zu finden.

Katharina Arni-Howald
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CIS-Sportzentrum Solothurn 2017

CIS-Sportzentrum Solothurn 2017

Andreas Kaufmann

Die Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Stand der Dinge und dem Vorgehen des Stadtpräsidiums in Sachen Sportpolitik war an der Parteiversammlung unüberhörbar. «Warum zögert der Stadtpräsident?» und «Warum wird der Gemeinderat nicht zur Beratung beigezogen?». Offene Fragen, die laut Gemeinde- und Kantonsrätin Franziska Roth im Raum stehen bleiben und in den städtischen Sportvereinen für Unmut sorgen.

Forderungskatalog aufgestellt

In einer einstimmig genehmigten schriftlichen Erklärung hat die SP deshalb an ihrer Parteiversammlung unmissverständlich ihre Forderungen zusammengefasst. Verlangt wird mehr Transparenz vonseiten der städtischen Verwaltung und die Offenlegung aller vertraglichen und finanziellen Fakten mit der CIS AG. Zudem soll die Einwohnergemeinde alles daransetzen, den Betrieb im Sportzentrum sicherzustellen und die Öffentlichkeit periodisch über die finanziellen Konsequenzen der ergriffenen Massnahmen zu orientieren. Weiter wird der Gemeinderat aufgefordert, die vertraglichen Beziehungen zwischen der Einwohnergemeinde und dem CIS zu analysieren und zu überprüfen, ob die städtischen Interessen ausreichend gewahrt werden. Gewünscht wird auch die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die eine langfristige Lösung der zurzeit unbefriedigenden Sportstruktur erarbeitet, und in der auch Parteien und Sportvereine vertreten sein sollen. «Es ist Zeit darüber zu reden und das grosse Potenzial der ansässigen Sportvereine zu nutzen», machte auch Fraktionspräsident Matthias Anderegg auf die gegenwärtigen Missstände aufmerksam.

Blaser spricht von «Trauerspiel»

Unverständlich ist das «sture Verhalten des Stadtpräsidenten» auch für den Präsidenten der Solothurner Handballer, Stefan Blaser, der die jetzige Situation als «Trauerspiel» bezeichnete und den anwesenden Vereinsmitgliedern das Konzept für die Neupositionierung des CIS-Standortes und den Bau von drei Dreifachturnhallen auf bisher unbenutzten Parzellen vorstellte.

Die Realisierung des Konzeptes, das auf einer Bachelor-Arbeit beruht und zu dem zurzeit Vorgespräche stattfinden, könnte über eine neu zu gründende Stiftung erfolgen. Einsitz nehmen sollten nebst den Sportvereinen auch die Stadt und der Kanton. «Der Kanton ist deshalb wichtig, weil dieser die Tagesauslastung durch den Turnunterricht der Berufsschulen garantiert, ohne die die Finanzierung nicht gewährleistet wäre», so Blaser, der die Nutzung der Hallen für andere Anlässe wie beispielsweise die Filmtage oder neue Sportarten als durchaus realistisch erachtet.

24 Millionen Gesamtkosten

Geht es nach Blaser, könnte auch das Schwimmbad von einer allfälligen Einstellhalle profitieren. Geplant ist auch der Betrieb eines kleinen Tagesrestaurants, das in Zusammenarbeit mit der Solodaris betrieben werden könnte.

Die Gesamtkosten sind auf 24 Millionen Franken veranschlagt. Nebst kleineren Beiträgen erhoffen sich die Wegbereiter des Infrastrukturprojektes ein je hälftiges Darlehen von Stadt und Kanton, das über den Kapitalmarkt finanziert würde. «Wir stellen uns ein Projekt à la Couronne vor», blickte Blaser in die Zukunft.

Und eine Warnung

Das Projekt wurde von den Genossinnen und Genossen mehrheitlich als positiv befunden. «Die Stiftungsidee ist gut, aber die Frage ist, wie man sie aufgleist und ob die Vereine auch bereit sind, Verbindlichkeiten einzugehen», warnte Peter Fäh vor unangenehmen Folgen. Unmissverständlich klar gemacht wurde von den Anwesenden auch, dass die Schaffung einer Sportfachstelle nicht vom Tisch ist. «Es braucht jemand, der das Ganze koordiniert», machte Franziska Roth deutlich.

Zu guter Letzt wünschte sich Klaus Koschmann die Beheizung der beiden Innenbassins in der Badi und die Schaffung eines Jahresabos, mit dem man sowohl das Frei- wie auch das Hallenbad besuchen könnte.

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