Der kommende 11. Dezember markiert einen Wendepunkt in der 36-jährigen Geschichte des Sportzentrums CIS: Dann wird die sanierungsbedürftige Mehrfachsporthalle der konkursiten CIS Solothurn AG zwangsversteigert. Amtliche Schätzung: 6,6 Mio. Franken. Nicht mitbieten wird die Stadt Solothurn, die Eigentümerin des Grundstücks und Baurechtgeberin. Per Gemeinderatsbeschluss verzichtete sie auf ihr Vorkaufsrecht.

Hingegen wird ein anderer Player in einem knappen Monat mitbieten: Die Interessengemeinschaft Sport Solothurn (IGSSO) hat sich unter anderem zu eben selben Zweck Mitte August auf Initiative des Fördervereins «Sovision espaceSolothurn» formiert. In einer Mitteilung bekräftigt die IGSSO nun ihre Absichten und gibt bekannt, dass zum Zweck einer potenziellen Übernahme des CIS Sportzentrums die IGSSO Immobilien AG geschaffen wurde.

Wie die Interessengemeinschaft weiter schreibt, komme dieses Szenario «aber nur dann in Frage, wenn der Preis stimmt und die notwendigen Sanierungskosten, die im CIS Sportcenter anstehen, berücksichtigt werden.» Die betreibungsrechtliche Schätzung hingegen erachte man als nicht «der Realität entsprechend», sagt IGSSO-Geschäftsführer André Naef. «Unter Berücksichtigung der signifikanten Rennovationsarbeiten, der massiven Einschränkungen durch den Baurechtsvertrag sowie angesichts des Aufwands, der nötig sein wird, das CIS auch operativ und administrativ wieder in Form zu bringen, schätzen wir den Wert des Centers massiv tiefer ein.» Und dieser Wert sei «auch unsere ‹Schmerzgrenze› in der Versteigerung», sagt Naef auf Anfrage.

Viel Arbeit steht an

Dass der Hallenzustand im CIS grossteils als marode bezeichnet werden muss, ist unter den Nutzniessern längst kein Geheimnis mehr: «Gemäss mehreren Berichten von Sportvereinen, die im CIS trainieren, verschlechtern sich die Bedingungen im CIS nach und nach», weiss man seitens der IGSSO. Die Garderoben seien zwar in verhältnismässig gutem Zustand, jedoch sei der Hallenzustand für Ballsportarten fast nicht mehr haltbar. «Es muss dringend eine Lösung gefunden werden, und es wird viel Arbeit nötig sein, um das CIS wieder auf Kurs zu bringen», meint dazu die IGSSO.

Gleichzeitig zeigt sie sich aber überzeugt, «dass mit dem Bau einer neuen Ballsporthalle im Weitblick und der aktiven Zusammenarbeit zwischen den Sportvereinen, der Stadt Solothurn und dem Kanton ein solches Zentrum wirtschaftlich und nachhaltig betrieben werden kann.»

Für eine Solothurner CIS-Lösung steht die IGSSO auch mit Investoren in Kontakt. «Nach den turbulenten und schwierigen letzten Jahren soll Ruhe einkehren. Das ist aber nur möglich, wenn alle an einem Strick ziehen», sagt Naef. Rückhalt erhält der Verein IGSSO auch durch den Mitgliederzustrom: So habe man an der vergangenen Vorstandssitzung drei weitere Sportinstitutionen aus der Stadt und der Region aufnehmen können.

Zu den bereits bestehenden Clubs – TC Schützenmatt, Volley Solothurn, TV Solothurn Handball, TC Solothurn, SV Wiler-Ersigen, Basketballclub Solothurn, Badminton Club Ambass Drops und FC Solothurn – kommen nun der Tennisclub CIS, die Tennis-Akademie sowie die Kunstturner-Vereinigung des Kantons Solothurn dazu. Damit seien im Verein die Interessen von über 2700 Sportlerinnen und Sportlern vertreten, so die IGSSO: «Rund 50 Prozent von ihnen kommen aus der Stadt, 40 aus umliegenden Gemeinden im Kanton Solothurn und 10 aus anderen Kantonen, grösstenteils aus dem Kanton Bern.»

Regionale Lösung willkommen

Positive Reaktionen sind vom Stadtpräsidenten zu hören. «Wir würden uns über eine regionale Lösung freuen», sagt Kurt Fluri. «Dies, nachdem das CIS lange nicht mehr unter regionaler Führung war – und mit Leuten, die man nicht kennt.» Die IGSSO steht mit der Stadt, aber auch mit dem Kanton (betreffend Lehrlingsturnen) in Kontakt.