Solothurn
Ultimatum verstrichen – und die Wagabunten sind immer noch da

Bis Montag, 11.April, hätten die «Wagabunten» den Platz im Grabacker räumen sollen. Die Gruppe ist der Forderung der Stadt aber nicht nachgekommen.

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Das Camp der Wagabunten sollte schon aufgelöst sein.

Das Camp der Wagabunten sollte schon aufgelöst sein.

Wolfgang Wagmann

Der Wagenplatz der «Wagabunten» liegt ebenso unberührt in der Grabacker-Landschaft wie schon in den Tagen zuvor.

Lange auf Stadtboden geduldet, sind sie kürzlich mit einem Ultimatum konfrontiert worden, die Stadt bis am Montag zu verlassen: Sie hatten der Anweisung des Stadtpräsidiums nicht Folge geleistet, bis zur Badieröffnung vom derzeitigen Standort auf den Badi-Parkplatz zurückzukehren.

Auch ist die Wagenkommune von Stadtpräsident Kurt Fluri aufgefordert worden, die Anzahl Wagen und Personen nicht weiter anwachsen zu lassen. Fluri hatte rechtliche Schritte in Aussicht gestellt, falls die «Wagabunten» das Räumungsultimatum missachten würden.

Wo der Feldweg der Oberhofstrasse von der Grabackerstrasse abzweigt beginnt das Camp der Wagabunten.
8 Bilder
Vor den Hochhäusern des Sonnenparks ducken sich die Wohn- und anderen Wagen.
Der Frühling bringt ein Ulitmatum der Stadt.
Keine Mauer, aber eine Stoffbahn dient als Sichtschutz.
Das Wagendörfli der Wagabunten an der Oberdorfstrasse
Gas ist neben der Sonne eine eingesetzte Energiequelle.
Das Wagendörfli von Westen her.
Unterschiedliche Wohnformen in der Weststadt.

Wo der Feldweg der Oberhofstrasse von der Grabackerstrasse abzweigt beginnt das Camp der Wagabunten.

Wolfgang Wagmann

Nun, da die Frist abgelaufen ist, müsste die Stadt das Areal durch die Stadtpolizei räumen lassen. Ob aber zwischenzeitlich anderweitige Abmachungen zwischen Fluri und den «Wagabunten» zustande gekommen sind, ist unklar.

Kurt Fluri will auf Anfrage keine weiteren Auskünfte mehr in Sachen «Wagabunten» erteilen, auch nicht, welche weiteren Schritte nach Ablauf des Ultimatums nun in Aussicht stehen. Weitere Informationen seien zu erwarten, sobald klar ist, wie es weitergeht, liess er diese Zeitung auf eine entsprechende Medienanfrage wissen.

Ebenso bedeckt halten sich die «Wagabunten» selbst. Sie wollten gestern keine Stellungnahme abgeben, ob das Ultimatum noch gilt und ob sie den Forderungen nachträglich nachkommen.

Aufbruchstimmung herrscht offensichtlich keine im «Wagendorf». Indes beschäftigt das Thema auch die Kommentarspalten und auf Facebook. «So schnell wird er die nicht los», meinte eine Nutzerin über die Aussichten für Fluri. Aber auch versöhnliche Töne wurden angeschlagen: «Geben sie den Aussteigern einen Flecken Land mit einer Grenze.» (ak)

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