Solothurn
Uhrenunternehmer Michel Jordi: Aufstehen und Krönlein richten

Anlässlich des Tourismus-Forums in Solothurn wurden die neusten Übernachtungszahlen der Stadt Solothurn bekanntgegeben. Uhrenunternehmer Michel Jordi berichtete über Hochs und Tiefs seiner Karriere.

Andreas Toggweiler
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Michel Jordi berichtet aus seinem bewegten Unternehmerleben

Michel Jordi berichtet aus seinem bewegten Unternehmerleben

Felix Gerber

Tourismus-Direktor Jürgen Hofer zeigte sich in seinem Saisonrückblick am Rande des "Tourismus-Forum" vom Montag mit den Übernachtungszahlen «den Umständen entsprechend zufrieden», obwohl die Rekordwerte des Jahres 2011 nicht mehr erreicht wurden. Die noch provisorischen Zahlen für 2012 weisen ein Total von 122 300 Übernachtungen aus, was einen Rückgang von 1,4 Prozentpunkten bedeutet.

Zeltplatz litt unter schlechtem Wetter

Spürbar war der Rückgang vor allem auf dem Campingplatz, der etwas unter dem schlechten Wetter gelitten habe. Hier wurden 29 300 Nächte gezählt gegenüber 31 000 im Jahr 2011. Die Jugendherberge steigerte demgegenüber ihre Nächte von 10 700 auf 11 400. Mit 81 600 (minus 700) waren die Hotelübernachtungen nur leicht rückläufig. «Wenn man bedenkt, dass die Krone seit Mitte Jahr geschlossen war, ist das ein beachtlicher Wert für die Hotels», bilanziert Hofer.

Das neue Hotel «Zum Roten Ochsen» in der Vorstadt, das auf die Filmtage hin öffnet, werde die Hotel- Bilanz im laufenden Jahr nochmals beleben. Im vergangenen Jahr wurden 1384 Stadtführungen verzeichnet (-10), davon allein 339 im September.

Stehaufmännchen Michel Jordi

Als Hauptreferent des Abends trat der in Derendingen und Grenchen aufgewachsene Uhrenunternehmer Michel Jordi auf, der über Hochs und Tiefs seiner Karriere freimütig zu berichten wusste: Aufstieg und Fall der Marke «Swiss Ethno Watch», die in den 90er-Jahren mit Kühen und Edelweiss weltweit grosse Erfolge verzeichnete. «Wir machten im ersten Jahr mit 500 000 Fr. Startkapital 25 Mio. Fr. Umsatz.» Eine ähnliche Entwicklung mit einem Neustart im Hochpreissegment wurde durch die Bankenkrise 2008 jäh beendet. Aber Jordis neuste Lancierung, eine Uhr in Kieselsteinform, zeigt, dass sich dieser Mann so schnell nicht unterkriegen lässt.

Seine Familie, Sport und der Glaube an Gott hätten ihm in schwierigen Zeiten Geduld gelehrt und geholfen, berichtete er. «Und die neuen Ideen und Auswege kamen nie von dort, wo ich sie erwartet habe.» Jordi beglückwünschte Solothurn Tourismus überdies zum Mut, über Grenzen hinaus zu blicken und sich als Teil der Region Jura-Dreiseenland zu vermarkten. «Der grösste Reichtum, den Sie haben, ist vor der Tür: eine herrliche Natur, die Solothurner Kulturdenkmäler und ein intaktes gesellschaftliches und politisches System.»