Verenaschlucht

Überraschungsfund in der Einsiedelei: Woher stammen die Malereien?

Rechts oben eindeutig zu sehen: die roten, grünen und ockerfarbenen Farbpigmente (noch) unbekannten Ursprungs.

Rechts oben eindeutig zu sehen: die roten, grünen und ockerfarbenen Farbpigmente (noch) unbekannten Ursprungs.

Bei der Sanierung der Verenakapelle in der Einsiedelei kamen Malereien zum Vorschein.

Zum dritten Mal jährt sich am Sonntag der Brand der Verenakapelle in der Einsiedelei. Das durch Kerzen verursachte Feuer hatte Schäden in der Höhe von 113000 Franken nach sich gezogen. Doch statt einer blossen Schadensbehebung entschied sich die Bürgergemeinde Solothurn als Eigentümerin für eine Totalsanierung in der Höhe von 407000 Franken. Im Rahmen der vorletzte Woche gestarteten Sanierung ist bei der Natursteinreinigung unter dem Russ und dem jahrhundertealten Staub nicht nur nacktes Gestein an die Oberfläche gelangt.

Unmittelbar vor der Krypta von 1810, wo das Feuer ausgebrochen war, fielen nun in der Gewölberundung rote, grüne und ockerfarbene Farbspuren auf, die – wie sich unterdessen gezeigt hat – nicht natürlichen Ursprungs sind. Steinbildhauermeister Alois Herger, der als einer der beteiligten Sanierer die bisherige Brandschadenreinigung durchführt, weiss: «Die Laboruntersuchungen haben erwiesen, dass man von Farbpigmenten ausgehen muss.» Zu sehen sind zum Teil grossflächige Farbspuren, die – zumindest im Auge des Betrachters – der Form eines Engels entspricht.

Wie Urs Bertschinger von der kantonalen Denkmalpflege auf Anfrage bestätigt, stehe nach der chemischen Untersuchung lediglich fest, dass die Farben künstlich sind. Noch zu untersuchen sei, wie alt die Malerei ist und welche Motive zu sehen seien.

Unklar ist, ob es sich stattdessen lediglich um Farbflächen handeln könnte. Wie Herger mitteilt, steht nun bis im Sommer die Sanierung des vorderen Bereichs der Kapelle an, sodass diese voraussichtlich Anfang September wieder geöffnet werden kann. Auch die in Mitleidenschaft gezogenen Holzstatuen sind Bestandteil der Sanierung. Als Fachleute sind neben Herger zudem die Restauratoren Daniel Derron und Claude Märki beteiligt.

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