Mitwirkungsverfahren
Über die Zukunft Solothurns mitbestimmen: Ausstellung zur Ortsplanungsrevision ist eröffnet

Das Solothurner Stadtbauamt zeigt im Landhaus Präsenz beim Mitwirkungsverfahren der Ortsplanungsrevision.

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Andrea Lenggenhager und Gabriela Barman informieren anhand des Stadtmodells in der Säulenhalle.

Andrea Lenggenhager und Gabriela Barman informieren anhand des Stadtmodells in der Säulenhalle.

Hanspeter Bärtschi

Das Modell ist riesig. Und zeigt die Kleinstadt Solothurn. Haus für Haus. Einige Kuben sind grau. «Hier liegen unsere Entwicklungsschwerpunkte, beim Haupt- und Westbahnhof und natürlich im Weitblick», erklärt Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt. Vieles, das dereinst da gebaut werden soll, ist noch gar nicht geplant, der Weitblick steht selbst noch im Fokus der laufenden Ortsplanungsrevision.

Aber auf dem Modell ist genau ablesbar, «wo noch etwas geht in Solothurn». Oder wie es Gabriela Barman, Chefin Stadtplanung, ausdrückt: «Das Modell zeigt die mögliche Dichte und vor allem das Verhältnis zwischen den künftigen Gebäuden und Freiräumen.» Flankiert wird das riesige Stadtmodell mit Seitenkanten von gut fünf Metern Länge durch vier mächtige Stadtpläne im Massstab 1:1250.

Infos für alle

Am Mittwoch um 19 Uhr findet im Landhaus die erste Info-Veranstaltung zum Thema Nutzungsplanung statt. Der Anlass wird am Samstag um 11 Uhr wiederholt. Ebenfalls im Landhaus geht es am Freitag ab 19 Uhr an einer Podiumsveranstaltung mit Verkehrsexperten um die Mobilität. Ab 19. September wird im Museum Blumenstein eine Ausstellung zum Bauinventar der Stadt stattfinden, Führungen dazu gibts am 22. September (14 Uhr), 12. Oktober (15 Uhr) und 23. Oktober (19.30 Uhr). (ww)

Sie zeigen den Erschliessungs- und Baulinienplan, den Zonenplan 1 mit der Nutzung, den Zonenplan 2 mit den Schutzgebieten und Schutzobjekten der Stadt sowie den Netzplan mitsamt den Strassenkategorien. Nicht mehr Platz gehabt hat der Lärmkataster, aber auch deswegen werden die beiden Frauen in der Säulenhalle für Erklärungen präsent sein, wenn nun die Ausstellung geöffnet ist. Im September von Mittwoch bis Freitag zwischen 15 und 19 Uhr und samstags zwischen 9 und 11 Uhr, im Oktober von Montag bis Mittwoch jeweils zwischen 15 bis 19 Uhr. «Wir wollen für eine möglichst breite Mitwirkung besorgt sein», so ihr Credo.

Wer wo, zu was begrüsst wird

Am Dienstagabend begrüsste das Stadtbauamt den Gemeinderat, Verwaltungsleitende, mitwirkende Verbände sowie die Planungsgremien zur Ausstellungseröffnung. «Wir wollen aufzeigen, um welche Instrumente es in der Ortsplanungsrevision geht und wie breit und wie wichtig für uns die Mitwirkung ist», so Lenggenhager. Diese beschränkt sich allerdings nicht nur auf das «Epizentrum» in der Säulenhalle. «Schön ist, dass auch das Museum Blumenstein und das Naturmuseum mitmachen. Letzteres liefert Informationen zum Naturinventar, das Blumenstein solche zum Bauinventar und zur Stadtentwicklung auch anhand des Stadtmodells von 1833.»

Speziell begrüsst werden die Grundeigentümer von 281 Objekten, die im Bauinventar aufgelistet sind. «Für die Veranstaltungen vom 17. und 24. Oktober haben wir schon 160 Anmeldungen», freut sich Andrea Lenggenhager.

Am 15. Oktober werden (ab 19 Uhr) auch die bereits kontrovers diskutierten Gastrozonen eine «Art Arena» in der Säulenhalle beschäftigen. Im Zentrum sollen die Gastro-Betreiber und Grundeigentümer stehen, und «es geht für uns nicht primär um die Öffnungszeiten, sondern darum, wie und wohin sich die Altstadt entwickeln soll», so die Leiterin des Stadtbauamts. Ein Podium zur Innenentwicklung und Identität der Stadt ergänzt am 17. Oktober die Palette.

Und die Beschwerde?

«Wichtig ist für uns, dass die Mitwirkenden unsere Online-Plattform nutzen, damit wir die Reaktionen strukturiert erhalten und verarbeiten können.» Doch nehme das Stadtbauamt auch Briefe entgegen, wenn sich Personen äussern möchten, die nicht so internet-affin seien. Bis am 31. Oktober läuft die Mitwirkungsphase, «dann werden wir die Reaktionen und Einwendungen überprüfen und allfällige Änderungen einfliessen lassen. Dies in Zusammenarbeit mit der Baukommission», meint Andrea Lenggenhager.

Bis Ende Jahr laufe zudem noch die Vorprüfung des Kantons. Während das neue Parkplatzreglement noch die Gemeindeversammlung passieren muss, befindet der Gemeinderat abschliessend über die Ortsplanungsrevision und das ebenfalls neue Gastroreglement. Lenggenhager hofft, dass die Auflage des Revisionswerks auf den Herbst 2019 erfolgen kann. Angesprochen auf die ans Bundesgericht weitergezogene Beschwerde gegen das Räumliche Leitbild hält sie fest: «Es wäre falsch, deswegen zuzuwarten.» Das Bundesgericht werde vor der Auflage wohl entschieden haben und offenbar geht der städtische Rechtsdienst von einer Abweisung der Beschwerde aus.

Infos: www.ortsplanung-solothurn.ch