TV-Sendung
Solothurnerin wagt sich mit ihrer Familien-App in die Höhle der Löwen

Mit ihrem digitalen Kalender will Sonia Eterno Familien das Leben erleichtern. Der Gang in die Fernsehsendung hat sich für sie gelohnt – es gab aber auch Kritik.

Béatrice Beyeler
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Sonia Eterno stellt «Shubidu» vor.

Sonia Eterno stellt «Shubidu» vor.

CH Media

Sonia Eterno hat eine Mission: Sie will möglichst vielen Familien das Leben einfacher machen. Deshalb hat sie sich mit ihrer App «Shubidu» bei der Fernsehsendung «Die Höhle der Löwen Schweiz» beworben. Die erste Sendung der dritten Staffel wurde am Dienstagabend auf 3+ ausgestrahlt – mit einem erfreulichen Ausgang für die Solothurnerin. Doch der Reihe nach.

Gleich zu Beginn ihres Auftritts vor den Löwinnen und Löwen findet Eterno klare Worte für die Herausforderungen, vor denen Familien heute stehen würden: Die Organisation des Alltags sei kein Zuckerschlecken. Eine Familie gelte es heute wie ein Unternehmen zu managen. Und in einem solchen würden Prozesse analysiert, optimiert und wenn nötig automatisiert. «Das geht auch beim Familienmanagement», ist Eterno überzeugt.

Deshalb hat die Solothurnerin 2018 die Familien-App «Shubidu» aus der Taufe gehoben. Als Mutter zweier schulpflichtiger Kinder sah sie sich selbst mit einer Flut an verschiedenfarbigen Terminzetteln aus der Schule, vom Zahnarzt oder dem Fussballklub konfrontiert.

Zwar gebe es bereits zahlreiche Schulen, die auf digitalen Kanälen kommunizieren, das bestreitet Eterno auch gar nicht. Doch wenn in einer Familie die Kinder verschiedene Schulen besuchen würden und in mehreren Vereinen tätig seien, könnten – wenn es hochkomme – schon mal bis zu sieben Apps mit im Spiel sein. Deshalb sagte sie sich: «Effizient geht anders.»

Statt all die Termine einzeln in einen Kalender abzutippen, entstand die Idee einer Familien-App. Alle Mitglieder haben Zugriff auf den Kalender und können ihre Termine selbst eintippen. Und so haben Eltern und Kinder gleichermassen die Übersicht. Eterno sagt:

«Die Last wird in modernen Familien auf alle Schultern verteilt.»

Es besteht auch die Möglichkeit, Gruppen mit befreundeten Eltern, den Lehrpersonen oder mit Mitgliedern aus der Fussballmannschaft zu gründen. «Idealerweise gibt die Lehrperson oder der Fussballtrainer die Termine direkt dort ein.»

Der Service der App geht so weit, dass das Eintippen der einzelnen Termine übernommen werden kann. Der Termin-Eingabe-Service muss bezahlt werden, das Einlesen eines Terminzettels mit bis zu 15 Daten kostet 1 Franken. Dieser Service sei einzigartig, sagt Sonia Eterno bei der Präsentation in der Fernsehsendung.

Bleibt alles an den Müttern hängen?

Doch in der Höhle des Löwen kommt ihre Erfindung nicht nur gut an. Investorin Anja Graf – selber Mutter von vier Kindern – sieht bei «Shubidu» die Gefahr, dass einmal mehr alles an den Frauen hängen bleibe. Und sie möchte keine weitere App in ihrem Familienleben.

Der Auftritt von Sonia Eterno bei «Die Höhle der Löwen Schweiz».

3+ / CH Media

Dieser Kritik widerspricht Sonia Eterno: «Shubidu» sei sehr wohl für die ganze Familie geeignet. Die App reduziere die Belastung, die durch das Organisieren von Alltagsaufgaben entstehe, und fördere die Selbstständigkeit der Kinder. Ihr sei es ein Anliegen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern – gerade auch für berufstätige Mütter.

300'000 Franken für 15 Prozent Firmenanteile

Bettina Hein und Roland Brack sehen hingegen Potenzial in der Applikation. Sie bieten der Solothurnerin einen Deal an. Nach kurzer Rücksprache mit dem Mitgründer Markus Popp werden sich die Eterno und die beiden Investoren einig. Die Geschäftsführerin bekommt 300'000 Franken und gibt dafür 15 Prozent ihres Unternehmens ab.

Deal: Sonia Eterno, Roland Brack und Bettina Hein sind sich einig.

Deal: Sonia Eterno, Roland Brack und Bettina Hein sind sich einig.

CH Media

Der Gang ins Fernsehstudio hat sich für die 46-Jährige also gelohnt. Ein «cooles Abenteuer» sei es gewesen. Und die beiden Investoren seien erst noch ihre Wunschpartner.

Bereits 90'000 Mal wurde der Familienkalender laut Eterno seit dem Start 2018 heruntergeladen. Nun soll «Shubidu» auch in Deutschland Fuss fassen. Dort sei die Nachfrage bereits vorhanden, rund ein Drittel der bisherigen aktiven Nutzerinnen und Nutzer komme aus Deutschland.

Zudem möchte die Solothurnerin die Zusammenarbeit mit Unternehmen verstärken und mit «Shubidu» einen Beitrag für die Gleichstellung von Frauen leisten. Ihre Mission geht weiter.

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