St. Ursenkathedrale
«Turmterrasse geöffnet»: Das Schild glänzte nur kurz für die Touristen

Auf Wunsch der Altstadtkommission verschwanden an der Fassade der St. Ursenkathedrale zwei neue, gut sichtbare Schilder, die Touristen zeigten, dass die Turmterrasse geöffnet ist.

Lucien Fluri
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Zu auffällig: Das Schild darf nicht gegen die Hauptgasse hin hängen.

Zu auffällig: Das Schild darf nicht gegen die Hauptgasse hin hängen.

Lucien Fluri

Sie glänzten nur kurze Zeit. Die Schilder «Turmterrasse geöffnet» prangten seit diesem Frühling prominent und gut sichtbar an der Fassade der St.-Ursen-Kathedrale. Ein Schild beim Nordeingang und eines an der Frontseite des Wahrzeichens wiesen ortsunkundige Touristen an, dass es überhaupt einen Aufgang auf den Turm gibt.

Die beiden Tafeln waren neu: Die römisch-katholische Kirchgemeinde hat sie nach der Restaurierung der Kathedrale anfertigen lassen und mit Saisonbeginn auf dem Turm, am
1. April, erstmals aufgehängt. Fest installiert waren die Tafeln aber nie, morgens wurden sie aufgehängt, abends wieder abgehängt.

Doch lange durften sie nicht bleiben. Ende Mai erhielt die römisch-katholische Kirchgemeinden einen Brief von der Altstadtkommission mit der Bitte, die Tafeln zu entfernen. Jetzt hängt nur noch eine Tafel hinten an der Kathedrale, direkt beim Eingang zur Turmgalerie. Diese Tafel prangt im Gegensatz zu den beiden anderen aber weit ab der Touristenströme. Einzig für Besucher aus dem Parkhaus ist sie sichtbar. Wer aber von der Hauptgasse, vom Bahnhof oder durchs Baseltor kommt, findet keinen Hinweis auf Solothurns schönsten Aussichtspunkt.

Zu gross und zu prägnant

Als «zu prägnant im Stadtbild» bezeichnet Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt und Mitglied der Altstadtkommission, die Tafeln. Deshalb seien diese Mitgliedern der Altstadtkommission beim Gang durch die Stadt auch aufgefallen. Allgemein sei Reklame und Werbung bewilligungspflichtig. Für die Tafeln lag keine Erlaubnis vor. Nun hat die römisch-katholische Kirchgemeinde die Möglichkeit, neue Vorschläge einzureichen. Als Übergangslösung durfte die Tafel beim Turmeingang hängen bleiben.

Die römisch-katholische Kirchgemeinde ist der Bitte der Altstadtkommission ohne Zögern nachgekommen. «Wir haben ein gutes Einvernehmen und arbeiten eng zusammen», sagt Verwalter Roland Rey. «Und wir selbst haben auch ein Interesse, dass es für die Stadt stimmt.» Schliesslich habe man als Besitzer des Wahrzeichens auch eine Verantwortung für das Altstadtbild. Jetzt will die Kirchgemeinde neue Tafeln herstellen lassen.

Dass die Turmterrasse ein beliebter und oft nachgefragter Hotspot unter Touristen ist, bestätigt Murielle Blaser von Solothurn Tourismus. «Die Frage nach dem geöffneten Turm gehört bei uns zu den Standardfragen», sagt Blaser und ergänzt: «Auch wenn die Tafeln hängen.»