Liebhabertheater-Gesellschaft
Turbulenzen um drei Betten

Die Beziehungskomödie «Schlafzimmergäste» kam beim Premieren-Publikum gut an. Bis im Februar ist das Theaterstück der Liebhabertheater-Gesellschaft noch zu sehen.

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Stefan Huber als Markus und Sabrina Fankhauser als Katja in einer von vielen Schlafzimmerszenen der neuen LTG-Produktion.

Stefan Huber als Markus und Sabrina Fankhauser als Katja in einer von vielen Schlafzimmerszenen der neuen LTG-Produktion.

LTG

Ernst und Dania sind ein Paar. Sie bereiten sich in ihrem Schlafzimmer auf ein gemütliches Abendessen in einem Restaurant vor, wo sie, wie jedes Jahr, ihren Hochzeitstag feiern wollen. Nicht weit davon entfernt quält sich der von Rückenschmerzen geplagte Nick in seinem Bett – unter mässiger Anteilnahme seiner Frau Sarah, die sich auf die Einweihungsparty bei Markus und Katja vorbereitet und es nicht leicht hat mit ihrem zynischen und sich selbst lautstark bemitleidenden Ehemann.

Die beiden Gastgeber Markus und Katja haben erst kürzlich geheiratet und toben neckisch um ihr Bett herum, während sich die ersten Gäste ankündigen. Sie alle wissen noch nicht, dass der Abend ganz anders als geplant verlaufen wird, wenn sich Thomas und die durchgeknallte Susanne in den drei Schlafzimmern einnisten werden.

Auch sie gehören zu den geladenen Gästen und werden von Simon Schär und Fabienne Zbinden herrlich wiedergegeben. Mit ihren Beziehungsproblemen fordern sie die anderen drei Paare zu nachtschlafender Zeit bis an die Grenzen des Möglichen heraus.

Die Ausstattung der drei nebeneinander angeordneten Schlafzimmer passt perfekt zu den jeweiligen Bewohnern. Zu Katja und Markus gehört ein flippiges, stets zerwühltes, buntes Bett, während es Nick und Sarah etwas nüchterner mögen und Ernst und Danias Schlafgemach dem Alter entsprechend an die frühen Sechzigerjahre erinnert.

Variationen der weiblichen Psyche

Die Charaktere, die ins Durchschnittsbild von Ehepaaren passen, sind von Regisseur Rolf Schoch hervorragend ausgewählt. Da ist zum einen Sabrina Fankhauser, die als Katja mit entzückenden Variationen einer weiblichen Psyche glänzt und stets vermittelnd eingreift. Stefan Huber verkörpert als Markus das, was man gemeinhin als «typischen» Mann bezeichnet - ein bisschen dickköpfig und unsensibel aber irgendwie doch gewinnend.

Dania (Ursula Huber) und Ernst (René Stocker), die sich dem grossen Knall nicht entziehen können, agieren mit vornehmer Attitüde und gefallen durch ihre mit trockenem Witz vorgetragenen Dialoge. Markus Bomonti bringt als Nick das Publikum mit seinen markigen Sprüchen zum Lachen und läuft zusammen mit Gabriela Zaugg-Bigler als Hypochonder zur Hochform auf.

Ausgezeichneter Autor

Geschrieben und in London uraufgeführt wurde die skurrile Komödie, auf Englisch «Bedroom Farce» genannt, 1975 vom 1939 geborenen Engländer Alan Ayckbourn, der Schauspieler war, bevor er zu Grossbritanniens populärstem Gegenwartsdramatiker aufstieg.

Für seine Stücke wurde Ayckbourn mehrfach ausgezeichnet, allein siebenmal mit dem Evening Standard Award. Übersetzt wurden seine Werke in über 30 Sprachen. Einige davon auch in England und Frankreich verfilmt. 1987 wurde Ayckbourn von der Queen zum «Commander of the Order of the Britisch Empire» ernannt und zehn Jahre später in den Adelsstand erhoben.

Lang anhaltender Applaus

Die Dialektbearbeitung der urkomischen Farce übernahm Regisseur Rolf Schoch, der von Sandra Wertli assistiert wurde. Renate Pauli war für die Maske zuständig und Silvia von Wartburg kümmerte sich um die Requisiten. Monika Zutter und Marina Bösiger teilten sich in die Aufgabe als Souff-leuse. Das Premierenpublikum dankte dem aufgestellten Ensemble mit langanhaltendem Applaus für den überaus vergnüglichen Abend.

Weitere Vorstellungen: 26.Januar, 19.30 Uhr; 28. Januar, 19 Uhr; 29. Januar, 17 Uhr; 1. Februar, 19.30 Uhr; 3. Februar, 19.30 Uhr; 11. Februar, 19 Uhr; 12. Februar, 17 Uhr; 14. Februar, 19.30 Uhr.