Solothurn

Tür auf für neue Stimmbürger

24 Jungbürger, flankiert von Sergio Wyniger (Präsident Bürgergemeinde, l.) und Kurt Fluri (Stadtpräsident, r.).

24 Jungbürger, flankiert von Sergio Wyniger (Präsident Bürgergemeinde, l.) und Kurt Fluri (Stadtpräsident, r.).

Eine kurze, informative Jungbürgerfeier mit motivierenden Worten von Stadtpräsident Kurt Fluri.

Die Einladung zur Jungbürgerfeier der Einwohnergemeinde Solothurn hatten die sechs KV-Lernenden der Stadtverwaltung gestaltet. Von den 83 Angeschriebenen liessen 33 nichts von sich hören, 26 sagten eine Teilnahme ab. So fanden sich denn 24 junge Frauen und Männer nach einer anregenden Stadtführung durch Solothurn zur Vereidigung auf der Krummturmschanze ein. Dort wurden sie zusammen mit Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger, ein paar Mitgliedern des Gemeinderates und weiteren Gästen von Stadtpräsident Kurt Fluri begrüsst.

«Das Öffnen des Stimmcouverts»

Es sei «betrüblich», dass sich so viele nicht einmal entschuldigt hätten, sagte Kurt Fluri. Umso herzlicher hiess er die Anwesenden willkommen und dankte denen, die erschienen seien und denjenigen, die sich abgemeldet hätten. Den Anwesenden gab er zu bedenken, dass sie in diesem Jahr stimm- und wahlberechtigt geworden sind oder es noch werden. Regelmässig erhielten sie nun Einladungen, sich zu Fragen der Gesetzgebung und des Zusammenlebens auf Gemeinde-, Kantons- oder Bundesebene zu äussern. Der allergrösste Teil der Stimmenden tue dies schriftlich, wobei das grösste Hindernis das Öffnen des Stimmcouverts darstelle.

«Auf Gemeindeebene sind Sie eingeladen, an den Gemeindeversammlungen teilzunehmen – solange es sie noch gibt», fuhr der Stadtpräsident fort, um gleich für die am Dienstag anstehende die Werbetrommel zu rühren, indem er kurz und prägnant die anstehenden Traktanden erläuterte – sie können spannender als ein WM-Match sein. Er wies – an die anwesenden Bürgerinnen und Bürger von Solothurn gewendet – auch auf die Versammlung der Bürgergemeinde hin, die am Abend vorher stattfindet. Sie entscheide neben der Rechnung auch über Bürgerrechtsgesuche. «Diesen Aspekt werden Sie im Kanton Solothurn im Rahmen der Einwohnergemeinde nicht zu sehen bekommen, weshalb sich schon alleine der Besuch der Bürgerversammlung lohnt», so Fluri.

Er gab den neu ins Stimmrecht Aufgenommenen mit auf den Weg: Abstimmungsvorlagen sind in der Regel nicht einfach zu verstehen. Aber wer sich gelegentlich in den Medien orientiere, werde sich schnell eine Meinung bilden können. Wer dann trotzdem nicht zur Urne gehe, sei schlicht zu bequem, ein Recht auszuüben, für das Millionen Menschen Freiheit und Leben riskieren. Um den Gedanken abzurunden, erläuterte Fluri, der auch Nationalrat ist, die drei Vorlagen der eidgenössischen Volksabstimmung im kommenden Herbst; die Themen tönten nicht sehr spannend, behandelten nichtsdestotrotz recht grundsätzliche Fragen.

Feierliches Gelöbnis

Nachdem der Stadtpräsident den Jungbürgerinnen und Jungbürgern die Infokarte der Kantonalen Jungendförderung abgegeben hatte, lud er sie zum Apéro und zum Nachtessen ein. Als Schluss des offiziellen Teils gelobten sie: «Ich gelobe, die Verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die Kantonsverfassung und die Gesetze getreu einzuhalten und alles zu vermeiden und zu unterlassen, was die Ehre und die Unabhängigkeit des Gemeinwesens gefährden kann.»

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