Solothurn

Trotz «mehreren Stunden Arbeit pro Tag» gibt es zur Causa CIS keine einfache Lösung

Das marode CIS-Sportzentrum wird zur harten Probe für Stadtpräsident Kurt Fluri.

Das marode CIS-Sportcenter beschäftigt die Stadtverwaltung «mehrere Stunden pro Tag». Aber es gebe keine einfache Lösung, muss Stadtpräsident Kurt Fluri feststellen.

Der neue Geschäftsführer schon wieder weg, Sanierungsbedarf ungelöst, kaum Ansprechpartner bei der Besitzergruppe der Dinett Holding, und dazu «tausend Rezepte, was zu tun sei» – für die Baurechtsgeberin der CIS-Halle, die Stadt Solothurn, keine einfache Situation. Entgegen allen Vorwürfen, die Stadt bleibe untätig, seien er und der Rechtsdienst fast jeden Tag «mehrere Stunden» mit der Causa CIS beschäftigt, erklärt Stadtpräsident Kurt Fluri. So traf er Verwaltungsrat Glenn Proellochs von der Dinett Holding am Dienstag zu einer Aussprache. Zu den Ergebnissen dieser «geschäftlichen Unterredung» will Fluri sich nicht äussern, bestätigt aber, was schon lange bekannt ist: «Die Gruppe steckt in finanziellen Schwierigkeiten.»

Abgemahnt, Zins gesperrt

«Und wir tragen dazu bei», erklärt der Stadtpräsident – denn die Mietzinse der Stadt gehen derzeit wieder nicht an die CIS-Eigentümerin, sondern auf ein Sperrkonto. Dies, weil die Dinett Holding ihren Unterhaltspflichten in der Halle nicht nachkommt. «Wir haben die Eigentümer auch schon mehrfach abgemahnt», bestätigt Fluri auf Anfrage weiter. Immerhin konnte offenbar die defekte Dachluke der Halle repariert werden, und man schaue, dass der TV Solothurn sein nächstes wichtiges Handballspiel am 6. September austragen könne. «Wir haben auch schon geprüft, ob wir Handwerker dort arbeiten lassen könnten, die wir mit dem Geld auf dem Sperrkonto bezahlen. Aber wir dürfen die Handwerker nicht einfach reinschicken und sie Hausfriedensbruch begehen lassen.»

Risiken und Nebenwirkungen

«Ein Konkurs der Gruppe wäre das Beste – dann wären die Schulden weg.» Einen vorzeitigen Heimfall mit Übernahme des Schuldenbergs der Dinett Holding gelte es dagegen unbedingt zu vermeiden. Auch wenn man den schuldig gebliebenen Unterhalt davon abziehen könnte, blieben noch Forderungen der Eigentümer bestehen – möglicherweise in Millionenhöhe. Kurt Fluri: «Solche Forderungen zu übernehmen, das bringen wir an einer Gemeindeversammlung nicht durch.»

Also müsse man eine Lösung suchen, welche «die Stadt nicht Millionen kostet», wendet sich der Stadtpräsident gegen all jene Kritiker, die ihm vorwerfen, die Stadt bleibe untätig. Man stecke in einem Teufelskreis, räumt Fluri durchaus ein – und so distanziert er sich inzwischen von der Idee eines runden Tischs, dessen Terminansetzung bei Vereinsvertretern schon einmal heftige Kritik ausgelöst hatte. «Im Moment bringt ein runder Tisch nichts», ist Fluri überzeugt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1