27 500 Zweirad-Fans besuchten letztes Jahr Anfang Mai die Bike Days Solothurn vor dem Baseltor. Das war Rekord. Und spornte die Organisatoren aus Zürich zur Expansion an. Neu soll vom 1. bis 3. April in Zürich das erste Urban Bike Festival stattfinden. Wird Solothurn damit marginalisiert?

«In Solothurn liegt der Schwerpunkt auf dem Mountainbike, dem Velo als Sportgerät und Teil des touristischen Angebots. In Solothurn soll der Fokus auf dem Velo als Ausdruck eines urbanen Lifestyles, als Fortbewegungsmittel im Berufsalltag und der Freizeit liegen», erklärt OK-Präsident Erwin Flury den Inhalt des neuen Festivals.

Weissenstein und Schanzen

Zürich finde in der Halle statt, Solothurn sei mehr die Outdoor-Destination, hält der OK-Präsident weiter fest. Mit den beiden Angeboten wolle man in der Bike-Szene vom März bis in den Sommer präsent sein, «die beiden grössten Bikeanbieter sind auch an beiden Ausstellungen vertreten, aber mit verschiedenen Segmenten», sieht Erwin Flury keine Anzeichen für eine «Kannibalisierung» zwischen den beiden Durchführungsstädten.

Vor allem für den Bereich Mountainbike reisten die Interessierten von weiter her aus der ganzen Schweiz an, also nach Solothurn. «Hier haben wir auch perfekte Test- und Rennstrecken», verweist Flury zudem auf die gestiegene Attraktivität des Weissensteins.

«Wir sind happy mit Solothurn», betont er weiter. Und angesprochen auf Grenchen sieht er durchaus die Vorteile der dortigen Infrastruktur mit dem Velodrome und im Pumptrack--Bereich, «doch Solothurn bietet mit den Schanzen und der Altstadt eine schöne, einmalige Kulisse.»

Was für Zürich spricht

In Sachen Urbanität kann die Kleinstadt Solothurn allerdings nicht mithalten, und so findet das Zürcher Urban Bike Festival denn auch auf dem Turbinenplatz mitten im Trendquartier Zürich-West statt. «Hier begegnen sich verschiedene Arten von Mobilität und Lebensstilen: Velo trifft auf Fussgänger, Tram auf Auto, Banker auf Partygänger, Familie auf Student, Trendbeiz auf Grossfirma – so breit diese Palette ist, so vielfältig soll auch das Festivalpublikum sein», so die Organisatoren.

Darüber hinaus sollen verschiedene Aktivitäten und Programmpunkte dafür sorgen, dass die ganze Stadt als Spiel- und Veranstaltungsort mit einbezogen wird. So zum Beispiel am sonntäglichen City Ride: «Die Veloparade entlang einer geführten Route lädt dazu ein, gemeinsam Zürich neu zu entdecken.»

Der Markt boomt

«Der Markt rund um das Velo zeigt sich unersättlich», meinen die Organisatoren der beiden Grossanlässe. Laut der Statistik von velosuisse zum Fahrradmarkt Schweiz würden jährlich über 300 000 Velos verkauft, davon die Hälfte für den Sportbereich, die andere Hälfte als Alltags- und Freizeitvelos.

Die Themen Bewegung, Gesundheit und Fitness seien so aktuell wie nie. Laut der Studie «Sport Schweiz 2014» nehme die Sportaktivität der Schweizer Bevölkerung weiterhin zu. Velofahren sei dabei nach dem Wandern die zweitbeliebteste Sportaktivität. Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung setze sich demnach regelmässig auf das Velo. Auch deshalb sieht Erwin Flury im neuen Zürcher Event eine Ergänzung zu den Bike Days: «In Solothurn haben wir jedenfalls schon sehr viele Anmeldungen von Ausstellern.»