Baumpflege in Solothurn
Trotz Kettensäge ist und bleibt die Stadt Solothurn begrünt

Jeweils ab Herbst wird der städtische Baumbestand auf Ast und Blätter überprüft. Dabei klärt der Werkhof ab, welcher Stamm gefällt wird und wo neue Bäume aufgezogen werden können.

Wolfgang Wagmann
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Ein Solothurner «Neubürger» beim Baseltor. ww

Ein Solothurner «Neubürger» beim Baseltor. ww

Solothurner Zeitung

Solothurn ist im wahrsten Sinne des Wortes eine «bäumige» Stadt. «Wir bewirtschaften 3000 Bäume», weiss Patrick Schärer, Chef des städtischen Werkhofs. 2000 davon sind jung, jünger als 20 Jahre, 1000 dagegen älter. Die ältesten sind auch laut Schärer die beiden Linden vor dem Kapuzinerkloster, deren genaues Alter jedoch nicht bekannt ist – erst nach dem Fällen liesse sich dieses anhand der Jahrringe exakt bestimmen. Dass Bäume «verwaltet» werden müssen, ist auch an Schärer Aussage abzulesen: «Derzeit sind wir gerade daran, unseren Baumkataster auf EDV umzurüsten.»

Warum gefällt wird

Mit dem Herbst und Winter ist der Werkhof jedoch jedes Jahr gefordert, den Bestand auf kranke und dadurch auch für die Sicherheit von Passanten gefährliche Bäume zu untersuchen. Einfach macht man sich die Sache nicht, wie Patrick Schärer bestätigt: «Bevor ein Baum gefällt wird, ziehen wir einen Baumspezialisten bei.» In besonders heiklen Fällen, in denen der Entscheid schwerfällt, kann es sogar ein zweiter Experte sein.

So aktuell bei einer der letzten alten Linden auf der St.-Ursen-Bastion, bei der Bruchgefahr bestehe. Das Exemplar vor dem Thüringenhaus muss weichen, dagegen jenes beim in der Sanierung befindlichen Ecktürmchen kann stehen bleiben. Ebenfalls um den Riedholzturm werden zusätzlich Nadelhölzer entfernt.

Bis 30 Bäume müssen dran glauben

Auf dem ganzen Stadtgebiet fällt man in den kommenden Wochen rund 25 bis 30 Bäume aus unterschiedlichen Gründen: Einer bei der Schwanenkolonie leidet unter Pilzbefall, andere haben Sturmschäden wie der Spitzahorn auf dem «Inseli» der St. Niklausstrasse. «Die Verkehrsinsel soll zur Verbesserung der Fussgänger-Sicherheit umgestaltet werden, deshalb wird auch kein Ersatz gepflanzt,» erklärt dazu der Werkhof-Chef.

Meist entscheidet Bruchgefahr für die Kettensäge – so wird es eine weitere Birke im Chantier ebenso treffen wie eine Kastanie bei der SoBa oder Alleebäume an der Nordring- und der Westringstrasse. Auch Dürreschäden wurden festgestellt, allerdings habe nicht der aktuelle Regenmangel dazu geführt, denn «junge Bäume haben wir mehr als sonst gewässert», meint Patrick Schärer.

Ersatz aus eigener Zucht

Derzeit werden aber auch Ersatzpflanzungen vorgenommen. Teilweise sogar dort, wo vorher gar kein Baum gestanden hatte. So vor dem Baseltor zwischen den beiden Rabatten am Südende der St.-Ursen-Bastion. Ebenfalls eine neue Linde wurde neben dem Treppenaufgang zur Schanze gepflanzt. «Die Linden stammen sogar aus der Werkhof-eigenen Aufzucht unten an der Aare, südlich der Steinbrugg-Allee», ergänzt Patrick Schärer. «Nach Möglichkeit bevorzugen wir einheimische Baumsorten.»

So erhält beispielsweise die Baselstrasse neu zwei allerdings noch sehr kleine Eichen, den ökologisch wertvollsten Baum der mitteleuropäischen Arten. Im Bereich zwischen dem Kunstmuseum und dem Soldatendenkmal kommt dagegen der «Solothurner Alleebaum» schlechthin zum Zuge – die Rosskastanie.