Stadtbummel Solothurn
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Reto Sperisen
Reto Sperisen
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Vier solche Abfallbehälter stehen seit kurzem in der Solothurner Bahnhofsunterführung.

Vier solche Abfallbehälter stehen seit kurzem in der Solothurner Bahnhofsunterführung.

PZ

Hoppla! Fast wäre der gestresste Pendler in den Abfallbehälter gerannt. Steht der schon lange da? Und warum in Gottes Namen mitten im Weg, sodass man gleichsam hineinrennen muss? Die Rede ist von den neuen SBB-Abfallbehältern, die auf allen Schweizer Bahnhöfen seit kurzem anzutreffen sind.

In unserer grünen Bahnhofunterführung – im Volksmund «Velofriedhof» genannt – stehen vier solche Monster herum. Genau: vier Stück! Wie wenn die Solothurner Velofahrer und Pendler zwischen der Rampe beim Kneubühler und dem Stand des Brezelkönigs viermal ihren Abfall entsorgen müssten! Immerhin sind die Behälter jeweils schön getrennt nach Papier, Alu, PET und Abfall. Löblich, löblich. Aber braucht es da gleich vier Stück auf so engem Raum?

Aber sicher doch, denn der idealtypische Zugfahrer kommt in Solothurn an und schlürft in der Unterführung sein Redbull aus (am Feierabend natürlich ein Feldschlösschen) und kann so die leere Dose – schwups! – in den ersten Kübel (Abteilung «Alu») werfen.

Praktisch. Ist man beim Velo angekommen, befindet sich auf dem Gepäckträger oder im Körbli garantiert ein Flyer für irgendeine schwachsinnige Veranstaltung oder ein Produkt, das ein Velofahrer garantiert nie kaufen würde. Schwupps – die Werbung landet im zweiten Kübel (Abteilung «Papier»). Sehr praktisch.

Und jetzt kommt der Clou: Wird man im hintersten Teil der Velounterführung beispielsweise von PET-Flaschen-werfenden Demonstranten beworfen, kann man diese – schwups! – im dritten Kübel (Abteilung «PET») entsorgen. Wenn das nicht praktisch ist! Und im vierten Kübel bei der Rampe landet der restliche Müll, den man halt so bei sich trägt (Abteilung «Abfall»).

Hoppla! Im Stedtli brennt seit Donnerstag unsere Weihnachtsbeleuchtung. Schön! Die Tradition will es so, dass diese immer am Donnerstagabend vor dem ersten Advent illuminiert wird. Ja, genau: Am Sonntag ist es so weit (kaum zu glauben, neulich war doch erst Weihnachten ...) und die erste Kerze wird angezündet.

Auch die Geschäfte in der Vor- und Altstadt haben auf «Weihnachtsmodus» umgeschaltet. Einige Schaufenster zeigen schon seit Wochen weihnächtliche Motive, obwohl der «Startschuss» erst gestern fiel. Aber lieber zu früh als gar nicht – muss an dieser Stelle auch mal gesagt werden. Und wenn es dann Anfang 2017 darum geht, die weihnachtliche Schaufensterdeko zu entsorgen: In der grünen Bahnhofunterführung kann man Abfall nach Alu, PET, Papier und Restmüll trennen. Vierfach. Voilà.

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