Solothurn

Traditionshaus Kaffeehalle wird von der Café Knaus AG weitergeführt

Der bisherige Geschäftsführer Andreas Schaad und der neue Inhaber Samuel Lanz spannen zusammen.

Der bisherige Geschäftsführer Andreas Schaad und der neue Inhaber Samuel Lanz spannen zusammen.

Die Kaffeehalle gehört seit 1888 zum Solothurner Stadtbild. Nun hat ihr Besitzer die AG an das Oensinger Unternehmen Café Knaus AG veräussert. Auch, damit das beliebte Lokal seine Identität bewahren kann.

Ihre Kunden und Gäste schwärmen von den belegten Brötchen sowie der Auswahl an Süssem. Und aus dem Stadtbild ist sie nicht wegzudenken: die Kaffeehalle an der Gurzelngasse. Seit 1888 gilt sie als Treffpunkt für den Kaffeeschwatz schlechthin, und «das soll auch so bleiben», versichert Samuel Lanz.

Er wird künftig zweimal in der Woche in Solothurn anzutreffen sein, um in seiner neuen «Tochtergesellschaft», der Kaffeehalle, zusammen mit dem bisherigen Geschäftsführer Andreas Schaad den pulsierenden Betrieb mit einer eigenen Backstube zu leiten. Aber auch Schaad versichert: «Die Kaffeehalle wird für unsere Kundschaft und die Gäste bleiben, wie sie es bisher gewesen ist – sowohl vom Erscheinungsbild wie auch vom Angebot her.»

Er kommt eigentlich von Oensingen

Plötzlich hatte es in der Solothurner Gerüchteküche gebrodelt: «Die Kaffeehalle ist verkauft worden!» Zur Vorgeschichte: In den neunziger Jahren hatte Edwin Nussbaumer die Liegenschaft erworben, den Traditionsbetrieb übernommen und die Kaffeehalle dem heute noch aktuellen Innenumbau unterzogen. Doch das Haus an der Gurzelngasse, das sich mit der rückwärtigen Backstube bis an die St. Urbangasse erstreckt, wird weiterhin in Nussbaumers Besitz bleiben.

Dies bestätigt auch Samuel Lanz, Inhaber der Cafe Knaus AG in Oensingen, die dort neben dem Café und Restaurant auch eine Bäckerei sowie die Filiale Bistro-Beck unterhält. «Nein, das Haus habe ich nicht erworben, sondern lediglich das Aktienpaket der Kaffeehalle Nussbaumer AG, die auch weiterhin so heissen wird», erklärt der neue Inhaber, der damit allerdings sein Geschäftsfeld fast verdoppelt hat. So beschäftigt Lanz in Oensingen derzeit 56 Angestellte, in Solothurn sind nun 41 in der Kaffeehalle hinzugekommen. 

Der Unternehmer aus dem Gäu betont auch, dass der vorherige Besitzer Edwin Nussbaumer den Schritt Richtung Oensingen vor allem unternommen habe, um die Weiter-Existenz der Kaffeehalle als Institution in der bisherigen Form zu sichern. Zwar schliesst er kleinere Veränderungen in den nächsten «zehn, zwanzig Jahren» nicht aus, doch am Charakter des Cafés mit Verkaufsladen will er grundsätzlich nicht rütteln. «Es wäre doch schade, wenn hier beispielsweise ein MacDonalds oder sonst irgendein Geschäft reingekommen wäre», so Lanz, der sich sehr über sein neues Standbein in Solothurn freut.
So habe sich mit dem Jahreswechsel für die Gäste und die Kundschaft der Kaffeehalle eigentlich nichts geändert, denn «es gab lediglich einen neuen Eintrag im Handelsregister».

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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