Solothurn
Touristenfrage: «Wo ist eigentlich der Eingang der St.-Ursen-Kathedrale?»

Für Auswärtige ist sie die erste Anlaufstelle – das Tourist Center in der Solothurner Altstadt. Sie helfen bei allerei Anfragen der Touristen, manche können sie aber nicht beantworten. Die Touristen kommen dabei aus der ganzen Welt.

Jonas Liniger
Merken
Drucken
Teilen

«Wo ist eigentlich der Eingang dieser Kathedrale?», «Wie finde ich die lokale Brauerei?» oder, «Wann fährt ein Schiff nach Biel?» Fragen, die die Mitarbeiterinnen des Tourist Centers Solothurn täglich beantworten. An Arbeit mangelt es ihnen nicht, denn das Gebäude mit dem blauen «i» liegt an prominenter Lage und ist mit so grossen Buchstaben angeschrieben, dass man es fast nicht übersehen kann.

Finden sie es, sind die Wünsche und Anliegen der Besucher unterschiedlich: Von der einfachen Frage nach Öffnungszeiten zu Postkarten verschicken, Stadtführungen buchen, Bahn Tageskarten kaufen oder Konzerttickes aus dem Vorverkauf beziehen – das Angebot des Tourist Centers ist umfangreich. Das breit abgestützte Aufgabenfeld garantiert, dass die Angestellten auch in touristisch schwächeren Monaten zu tun haben.

«Im Sommer und der Ferienzeit erreichen uns deutlich mehr Fragen von Touristen und Auswärtigen als im Winter», sagt Sophie von Siebenthal, verantwortlich für Stadtführungen, Buchhaltung und Informationen. Sie ergänzt: «Der Langsamverkehr ist sehr populär in Solothurn. Wir haben viele Besucher, die mit dem Fahrrad der Aare entlang reisen.» Die Region scheint sich mit den Bikedays und dem Velodrome in Grenchen im Kopf der Fahrradfahrer verankert zu haben. Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel seien die Jura-Wanderwege.

Fragen, auf das Büro keine Antwort weiss

Solothurn scheint unter allen Nationen der Welt Freunde zu haben. Die meisten Besucher des Tourist Centers kommen jedoch aus Deutschland, der West- und Deutschschweiz, Italien oder Spanien. Hingegen besuchen nur wenige asiatische Gruppen das Büro. Diese würden oft einen eigenen Touristenführer organisieren, wohl auch der Sprache wegen.

Langweilig wird es im Büro an der Hauptgasse 69 nicht: «Wir müssen über viele verschiedene Attraktionen und Ereignisse Auskunft geben können, aber das bringt Abwechslung und macht die Arbeit interessant», erklärt von Siebenthal. «Es kommt natürlich auch vor, dass uns Fragen erreichen, auf die wir keine Antwort haben.» So habe eine Frau wissen wollen, wann Marktbeginn in Luino sei, einer italienischen Stadt nahe der Schweizer Grenze. «Da musste ich passen, das wusste ich nicht», sagt von Siebenthal und schmunzelt.

Mehr als nur Bipperlisi-Billetts

Vis-à-vis der Arbeitsplätze des Tourist Centers betreibt die Aare Seeland Mobil (ASM) ein Reisezentrum, in dem man nebst Billetten für das Bipperlisi auch Reisen ans Nordkap, Badeferien oder eine Wanderwoche im Tirol buchen kann. Die Angebote entstanden durch die Zusammenarbeit mit grossen Reiseanbietern.

ASM-Mitarbeiter Lukas Fricker erklärt: «Viele unserer eigenen Angebote konzentrieren sich auf die nahen Gebiete.» Schnitzeljagden im Aaregebiet oder entlang dem Bielersee seien beliebt. Und so könne es gut sein, das er im einen Moment ein Libero-Abonnement verlängere und im anderen Moment
Badeferien verkaufe.