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Touristen-Hotspot Barockstadt: Wieso ist Solothurn so beliebt?

Wanderer machen auf der Wengibrücke eine Pause und geniessen den Blick auf Aare und Landhaus.

Wanderer machen auf der Wengibrücke eine Pause und geniessen den Blick auf Aare und Landhaus.

Die Stadt Solothurn wird dieses Jahr von aussergewöhnlich vielen Touristen besucht. Sie erzählen, warum sie hierhergekommen sind.

Die Hafenbar schenkt noch nicht aus, auf der Mauer sitzen aber schon Vera und Jons aus Schaffhausen und frühstücken. Ihre Velos haben sie an die Mauer gelehnt, denn schon bald geht es weiter Richtung Flüelen. «Wir machen Velo- und Salsa-Ferien», erklärt Vera lachend.

Die passionierten Tänzer haben ihre Velotour so geplant, dass sie bei jeder Station Salsa tanzen können. Angefangen haben sie in Neuchâtel, dann waren sie in Fribourg. Solothurn haben sie wegen des «Öufi Summer» auf dem Dornacherplatz ausgesucht: Dort gab es am Donnerstagabend eine Salsa-Party. Übernachtet haben sie auf dem Campingplatz.

Vera Küng und Jons Rudolph aus Schaffhausen auf dem Aaremürli.

Vera Küng und Jons Rudolph aus Schaffhausen auf dem Aaremürli.

Der Kantonshauptort erlebt einen «super Sommer», wie es Jürgen Hofer, Direktor von Region Solothurn Tourismus, vor kurzem gegenüber dieser Zeitung festhielt. Dies bestätigt der Rundgang in der Altstadt.

In der kühlen St.Ursen-Kathedrale stehen viele Touristen, entweder alleine oder lassen sich die Dinge durch Fachkundige erklären. Ein elegantes, älteres Ehepaar aus St.Gallen ist beeindruckt von der Architektur – nicht nur der Kathedrale, sondern von der ganzen Stadt. Sie haben Ferien in Biel gemacht und sind jetzt auf der Heimreise. Solothurn kennen sie nicht gut, die Kathedrale wollten sie sich aber unbedingt anschauen.

Auch Corinne und Françoise aus Lausanne sind von der Architektur begeistert. Sie sind mit dem Kanu unterwegs und in Biel gestartet. Ihr Ziel ist Wangen an der Aare oder Aarwangen – je nach Lust und Laune. Übernachtet haben sie im Camper. Am Freiztag sind sie hier angekommen und am Samstag geht es wieder weiter.

Auch die dreiköpfige Familie Brown aus dem Kanton Waadt steht im Schatten der Kathedrale und bespricht, was sie als Nächstes machen wollen. Sie waren schon einmal hier in Solothurn. «C’est vraiment un bijou», sagt die Mutter. Es sei ein spontaner Entscheid gewesen, hierherzukommen. «Gestern haben wir dann auf myswitzerland.com geschaut und uns für Solothurn entschieden», sagt der Vater. Sie übernachten für zwei Nächte mit ihrer Tochter im Hotel La Couronne. Pläne für Samstag haben sie noch keine. Es sind ja schliesslich Ferien. Sie machen eigentlich am liebsten Ferien in der Schweiz – Corona hin oder her.

Weiter in der Altstadt sitzen die Aargauer Claudia und Thomas. Sie sind fünf Tage hier und übernachten auf dem Campingplatz. Thomas hätte jetzt eigentlich Theater gespielt, aber die Aufführung wurde coronabedingt gestrichen. «Jetzt machen wir halt Ferien in der Region», meint er zufrieden.

Sie sind mit dem Fahrrad hierhergekommen und wollen die Umgebung um Solothurn erwandern. Am Freitag waren sie auf dem Weissenstein. «Die Aussicht auf Solothurn und das ganze Mittelland ist wunderschön», sagt Claudia. Während des Gesprächs liegt Nora, die Hündin, erschöpft auf dem Boden. Sie ist bestimmt froh, dass am Samstag keine Wanderung mehr auf dem Programm steht.

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Autorin

Judith Frei

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