HESO-Talk

Tipp aus Zürich: «Das Netzwerk ist absolut das Wichtigste»

Es diskutierten (v. l.) Tom Umiker Hansjörg Boll, Christine Maier und Christoph Lang.

Es diskutierten (v. l.) Tom Umiker Hansjörg Boll, Christine Maier und Christoph Lang.

Im diesjährigen HESO-Talk von Espace Solothurn ging es um das Standortmarketing als Erfolgsfaktor. Ein Trio, begrüsst von Regierungsrätin Brigit Wyss, diskutierte dazu im Forumszelt aus höchst unterschiedlichen Perspektiven.

Die Standortförderung espace Solothurn hatte eine hochkarätige Runde zum diesjährigen HESO-Talk versammelt. Regierungsrätin Brigit Wyss legte zu Beginn die Anstrengungen des Kantons in Sachen Standortmarketing dar. Als Referenten zum Thema traten Christoph Lang, Geschäftsleiter der Flughafenregion Zürich, Tom Umiker, Unternehmer und Investor auf dem Weissenstein sowie Stadtschreiber Hansjörg Boll auf. Das Trio wurde durch die ehemalige SRF-Moderatorin Christine Maier gekonnt «einvernommen» – auch wenn zuletzt das Säulirennen draussen für phonstarke Konkurrenz von nebenan sorgte.

Wenn David gegen Goliath antritt

Es war schon ein Kontrastprogramm, den ersten zwei Expunenten zuzuhören. Hier Christoph Lang, dessen Flughafenregion Zürich 200 000 Einwohner in 20 Gemeinden und 130 000 Beschäftigte zählt, dort Stadtschreiber Hansjörg Boll für Solothurn mit seinen 17 000 Einwohnern und gerade mal 20 000 Arbeitsplätzen. Doch Lang hatte viele Komplimente für Solothurn parat, auch wenn er einräumen musste, dass viele Fachkräfte von hier Richtung Zürich abwandern. «Jährlich entstehen bei uns 2000 neue Arbeitsplätze», konnte er aus dem Vollen schöpfen – das Potenzial für seine Region schätzte er gar auf künftig 30 000 Stellen mehr. Doch sein Tipp ans kleinere Solothurn: «Das Netzwerk ist das absolut Wichtigste.»

Stadtschreiber Boll zeigte redlich auf, wo die Stadt überall Aktivitäten entfaltet, aber auch, wo die Schwerpunktbildung erfolge. «Die Kultur ist unsere Klammer.» Er legte den Fokus aufs Innenstadt-Marketing und bemerkte: «Wir können wohl nicht mehr alle Gassen bespielen.» Schwindende Verkaufsflächen würden dazu führen, dass die ersten Stockwerke zu Wohnraum mutierten.

Auch die Veranstaltungsdichte nahm der Stadtschreiber leicht sarkastisch auf: «Für einen Drittel gibt es in Solothurn zu viele, für einen zu wenig, und für den dritten Drittel die falschen Anlässe in der Stadt.» Aber - es würden deutlich mehr abgelehnt als bewilligt.

Wohin steuert der Weissenstein?

Tom Umiker bezeichnete «seinen» Weissenstein als «Rohdiamanten», für den man den Weg bis 2030 noch zu suchen habe. Sicher sei der Massentourismus keine Option, aber - und da trat Moderatorin Maier auf den Plan – wie stellt sich eigentlich Solothurn selbst seinen Hausberg vor? Umiker konnte nicht mehr alle Publikums-Echos abwarten, lag doch gleichzeitig seine Frau im fernen Davos in den Wehen...

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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