Solothurn

Theater Mausefalle zeigt zum Saisonstart eine turbulente Komödie

Howard (Michael Wirz) behilft sich anstelle der Hose mit dem Union Jack.

Das Theater Mausefalle eröffnet die neue Spielzeit mit der turbulenten Komödie «Hosen-Flattern» in einer temporeichen, fetzigen Inszenierung zum Gaudi des Publikums.

Die Bühne bleibt auch nach Spielbeginn dunkel. Man ahnt ein Doppelbett und den Geräuschen nach zwei schlafende Gestalten darin. Ein dunkler Schatten schwingt sich durchs Fenster in den Raum, zündet mit einer Taschenlampe dahin und dorthin, scheint herumliegende Sachen zu behändigen und verschwindet wie er gekommen ist. Die Beiden im Bett erwachen so langsam. Halb eins, Zeit für den Mann nach Hause zu seiner Frau zu gehen.

Im Halbdunkel sucht er seine Kleidungsstücke, kann sie aber nicht finden. Volllicht. Ein geschmackvoll eingerichteter Raum wird nun sichtbar. Drei Türen und ein Ausgang mit Vorhang lassen ahnen, dass es eine Komödie mit vielen Verwechslungen geben wird. Penny, die Frau, meint, er hätte es am Abend eben so eilig gehabt, dass er sich bereits im Vorraum seiner Oberkleidung entledigt habe. Als sie aber entdeckt, dass auch ihr Schmuck weg ist, wird klar, dass ein Dieb die Wohnung heimgesucht und die ablegten Kleidungsstücke von Howard, dem Mann, mitgenommen hat.

Also, Howard, ein verheirateter Mann, hat ein Verhältnis mit Penny. Wie soll er aber nun, nur mit den Boxershorts bekleidet, nach Hause zu seiner Frau? Daheim könne er nicht einfach ins Haus schleichen, weil die Hunde bellen würden, was seine Frau aufweckte. Auf Teufel komm raus, zumindest eine Hose muss her! Es ist bekanntlich nachts um halb eins.

Howard ruft schliesslich Captain Webber an, welcher ihm noch einen Gefallen schuldig ist. Doch kann er nur auf die Combox sprechen. Penny treibt Jimmy auf, doch dessen Kleider passen nicht und als er später wiederkommt hat er Tove im Schlepptau – das dänische Au- Pair-Mädchen aus Howards Haushalt.

Spiel mit vollem Einsatz

Soweit die Ausgangslage der Komödie von Ray Galton und John Antrobus nach einer Idee von Alan Simpson. «When did you last see your…trousers», wie sich das Stück im Original nennt, wurde 1986 ge-schrieben und hat seither seinen Siegeszug um die Welt angetreten. Die drei über 80-jährigen Autoren gehören zum Urgestein britischen Humors und haben schon in den 50er Jahren an Drehbüchern für die erfolgreiche «Carry on…»-Filmserie mitgearbeitet. Das Geschehen spielt sich in einer Nacht ab und am Morgen kann Howard seiner Frau anrufen und ihr etwas sehr Beruhigendes mitteilen.

Was, sei an dieser Stelle nicht verraten. Vorerst aber geht die Jagd nach einer Hose weiter. In der Wohnung nebenan kommt schliesslich ein weiterer Seitenspringer um seine Hose und tritt mit der britischen Flagge als Boxershorts auf. Die Turbulenzen bleiben nicht unbemerkt, wobei ein vertauschter Koffer mit einer Bombe noch eine Rolle spielt, und rufen die Polizei auf den Plan. Der Polizist hat eine Vorliebe für Transvestiten, was Howard in Schwierigkeiten bringt, weil der sich als Frau verkleidet aus der Wohnung wagt, um zu einer Hose zu kommen. Michael Wirz (Howard) und Dominique Lysser (Penny) meistern ihre Hauptrollen mit Bravour.

Köstlich Christoph Stapfer (Einbrecher und Polizist) in seiner Sex-Besessenheit. Mit polternder Stimme verleiht David Gnägi sowohl Captain Webber als auch dem Inspektor markantes Profil. Johnny Sollberger, Jörg Studer, Melina Maspero und Samira Oulouda komplettieren das Ensemble in der Regie von Johnny Sollberger adäquat. Für die Technik zeichnet Patrick Streit verantwortlich. Das Publikum bedankte sich für die gute Unterhaltung mit langem Applaus bei den Mitwirkenden.

Nächste Aufführungen: Freitag/Samstag, 14./15. September je 20 Uhr, Sonntag, 16. September, 17 Uhr, Freitag/Samstag, 21./22. September, je 20 Uhr und Sonntag, 23. September, 17 Uhr.

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