Alljährlich im Dezember dürfen sich die Mitglieder des Jugendkurses des Theaters Mausefalle der Öffentlichkeit in einem eigens für sie zugeschnittenen Stück präsentieren.

Die beiden für Technik und Regie zuständigen Kursleiter Nico Barth und Lukas Rhiner wollten nicht einfach eine Art Schultheater und sind deshalb auf «Das Experiment» gestossen; ein in Deutschland viel gespieltes Stück. «Das Experiment» hat neunzehn Rollen, sodass alle Absolventinnen und Absolventen des Jugendkurses berücksichtigt werden konnten. Zudem kommt der Inhalt des Werkes den Jugendlichen entgegen. Es geht nämlich darum, wie die modernen Medien das Leben beeinflussen und wie gefährlich sie für Macht und Abhängigkeit davon sind.

Mittels farbigen Armbändern werden die Jugendlichen von Wissenschaftlern manipuliert. Nach einem Auswahlprozedere – einer Art Castingshow – werden sie schlafend in ein Gebäude gebracht, aus welchem sie nicht wegkönnen und voll für das Experiment da sind. Eine Abfolge von kurzen Szenen, oft auch pantomimisch, treiben die Handlung voran und geben den Protagonisten Gelegenheit als Individuen aufzutreten. Ob allerdings der Kampf um Individualität verloren geht oder nicht, ist der Inhalt dieses Experimentes.

Alles beginnt mit dem Starterkurs

Der mehrere Jahre dauernde Starterkurs ist jeweils auf der Website der Mausefalle ausgeschrieben. Nach Mittelung der beiden Kursleiter melden sich jährlich drei bis fünf Jugendliche, wobei in letzter Zeit die Teilnahme von jungen Männern zunimmt. Zwei Absolventen des Starterkurses konnten in den Jugendkurs aufsteigen und wirken im «Experiment» mit.

Joel Schulze, 15 Jahre, hat zwei Jahre den Starterkurs besucht und der 14-jährige Nicola Roos während vier Jahren. Beiden ist von den erleichtert freudigen Gesichtern abzulesen, dass sie froh sind, dass die Premiere in jeder Hinsicht gelungen ist. Seit August haben sie für dieses Stück geprobt und in der Woche vor der Premiere täglich. Nicola Roos spielt die Rolle des Chris. Nach dem Charakter des Chris befragt, meint er, Chris sei etwas zickig, Papas Liebling, aber offen und lustig. Die Rolle unterscheide sich doch etwas von ihm als Person. Dagegen ist Joel Schulze, welche die Rolle des Fabian spielt, der Meinung, er habe viel von sich selber in seine Rolle einbringen können. Fabian sei ein Zocker und nehme nicht alles allzu ernst.

Beim Theaterspielen bleiben?

Neben dem Theaterspiel greift Nicola gerne zur Gitarre und Joel betreibt Kickboxen. Bei dieser Inszenierung hätte ihnen die Bewegungschoreographie mehr Mühe bereitet als das Auswendiglernen der Texte. Beide wurden von zu Hause aus für diese Theaterarbeit unterstützt. Im Jugendkurs seien sie bald voll integriert gewesen. Beide würden gerne weiterhin Theaterspielen, doch hängt dies ganz von ihrer künftigen Lehre und der noch möglichen Freizeit ab. Die Theaterspielenden haben auch das Bühnenbild für das Stück gestaltet, welches aus Gerüsten und Paletten, würfelförmigen Sitzgelegenheiten, einem kleinen Büro und einer kleinen Zuschauertribüne besteht.

Da es sich um eine ausgewogene Ensembleleistung handelt, werden die übrigen Mitwirkenden in der Reihenfolge des Programmheftes hier erwähnt: Thea Burkhardt, Melis Simsir, Laurine Schmidt, Benedek Kalotay, Sofia Mészàros, Moritz Holliger, Gioia Clavijo, Emilia Adamo, Katharine Novello, Yann Ammon, Simona Lunah Cona, Liam Schank, Lea Fischer, Mirko Sedloski, Nils Leuenberger, Elia Blaser und Celina Schmid.

Weitere Aufführungen: Fr./Sa. 14./15. Dezember je 20 Uhr, So 16. Dezember 17 Uhr.Theater Mausefalle Allmendweg 8 4528 Zuchwil.